Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 478

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 478 (sequence 60)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2292929-2293004-2293010--05323-2298606
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

478 Untersuchungen über die Entwicklung usw. aramäisch ist (z. B. P 250 ד* זוגין מ; ב״ב בעגינא קדמא נסיב לא ותג׳ לא נסע לא oder P 48 י״ה זונין מן חד והד חד מלרע וחד מלעיל ל, בריש תיבות׳ usw.) und das Wort אתין (z. B. P 40) für ״Buchstaben* verwendet, tragen diese Listen den mischna-hebrliischen Ausdruck . . . אותיות als Überschrift. Wir sind daher berechtigt, mit grosser Wahrscheinlichkeit ihre Entstehung in die Zeit zu setzen, da das Hebräische noch Schulsprache war. *) Unterste Grenze dieses Zeitraumes ist das zweite Jahrhundert n. d. g. Z., die Zeit des Abschlusses der Mischnaredaktion, welche das Aramäische noch bewusst meidet* 2). *) Es ist leicht erklärlich, dass andere, ebenso alte Listen in ihren Überschriften nicht mehr die ursprüngliche Terminologie erhalten haben. Sie sind eben von Späteren aramäisiert worden, um sie den anderen anzugleichen. Aus Übereinstimmung und Gleichheit in den Überschriften lässt sich nichts für die Feststellung von Quellenscheidungen und Altersunterschieden entnehmen, weil sie stets Analogiebildungen einer späteren Zeit sein können. Beweiskräftig sind nur Differenzen in der Terminologie. — Wie im weiteren Verlauf der Arbeit bewiesen, wird, gehören gerade diese Listen der אותיות ידודות וקטנות und vielleicht auch der קופין דבוקין weder der Ochla w’Ochia ־ Urschrift, noch der späteren, von ihr abhängigen Massorasammlung H an. Und wenn sie in der noch jüngeren P angeführt werden, so sind sie auch dort höchst• wahrscheinlich Zusätze, welche in der ersten, eigentlichen Rezension dieser Massorasammlung nicht vorhanden waren. Es nimmt daher nicht Wunder, dass gerade diese Listen die alte Terminologie erhalten haben«. 2) Wenn auch nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil das Hebräische in der Volkssprache immer mehr und mehr dem Aramäischen weichen musste, — E s r a liess (natürlich einem Bedürfnis der Zeit Rechnung tragend) die Vorlesung der Thora von einer aramäischen Uebersetzung begleiten (Megilla3a, u. Nedarim 37b); Nehemia ruft aus (Neh. 13, 24): ״Ihre Kinder sprechen zur Hälfte Aschöadisch und verstehen das Hebräische nicht mehr — so suchten doch die Rabbinen mit aller Kraft das Hebräische als Schulsprache zu erhalten. So sagt Rabbi in Baba- Kama S2b zu seinen Leuten: ״Was soll in Palästina das Syrische. Sprechet entweder hebräisch oder griechisch!״ Es ist auch bekannt, dass die Magd von Rabbi dadurch zur literarischen Berühmtheit gelangt ist, dass die Schüler des Lehrhauses aus ihren Reden sich Aufschluss über manche hebräische Ausdrücke holten, die ihnen nicht mehr verstündlich waren (Megilla 18 a).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.