Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- Seite 474 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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474 Untersuchungen über die Entwicklung usw. der Text ״ בנויםUmschreibungen״ zur Vermeidung von Anthropomorphismen gebraucht hat, nennt man diese betreffenden Stellen ״.הקוני סופרים Dieser traditionellen Anschauung steht die der Neueren1) gegenüber, man verstehe unter תקוני סופדים ״Textverbesserungen der Schreiber״. Diese Meinung widerspricht der Talmudstelle Megilla 25 a, nach welcher es nicht einmal erlaubt ist, bei der Thoravorlesung 2כמים) zu gebrauchen, um in keiner Weise — auch nicht bei der Rezitation — eine Veränderung am überlieferten Texte anzubringen. Vgl. Schebuoth 36 a. § 4. Ebenso wie der Bibeltext ist auch die Aussprache der Wörter — die Vokallaute — älteste Tradition. Sanhedrin 4a heisst es: ״ יש אם למהראdie überlieferte Aussprache ist für uns massgebend.״ Nedarim 37 b spricht von ״ מקרא סוסריסeinheitliche Ueberlieferung des Vokaltextes3). Da es J) Bergsträsser H G § 3 i. S. 18; Kahle H G § 6 1. 8. 76. *) Unter כנוים versteht man eine Aenderung des Textes aus Gründen der Ehrfurcht vor Gott oder aus Anstandsrücksichten den Menschen gegenüber. Megilla 20 a spricht von dem סכנת כעריות, der — nach Maimonides Erklärung — bei der Vorlesung des Abschnitts über die verbotenen Ehegsrad etatt der zweiten die dritte Person gebraucht, um seinen Nebenmensch in diesem Zusammenhang nicht direkt anzusprechen. s) Der ״R aschikomme ntar״ zur Stelle versteht darunter die mündliche Ueberlieferung alter Vokale, die deshalb unerlässlich ist, weil die Vokale nicht geschrieben werden. Es wäre jedoch — so meint Raschi — auch vor der Schöpfung der Vokalsysteme möglich gewesen sie zu bezeichnen und zwar durch die sogenannten Vokalbuchstaben (אבות הקריאה, matres lectionis). Die Stelle dort muss im einzelnen so erklärt werden: Zuerst spricht ״Raschi‘4 vom Worte ארץ und meint, es hätte איריץ geschrieben werden können (also nur mit Konsonanten und matres lectionis). Dann bringt er die Pausalform ארץ (Raschi hatte sicherlich in seinem Manuskript dies Wort zum Unterschiede von dem vorhergehenden mit Vokalen versehen; sie sind aber im Drucke v* *»rloren gegangen) und glaubt, sie hätte אאריץ oder אהריץ geschrieben