Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- Seite 464 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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464 Die Religionsphilosophie Hermann Cohen’s Rationalismus, der bi3 zum letzten dringt, seine eigenen Grenzen zeigt und 80 hinausweist über sich. Hermann Cohen ist Monotheist, weil die Idee des einzigen Gottes33) die beiden Gedanken der ״einen Menschheit“ und der ״Einheit der Seele“ erzeugt, die den Ausgangspunkt und das höchste Ziel seiner Ethik bilden, w׳eil ihm dieser Begriff identisch mit ,der Einheit seines Wesens ist. HermannCohen istReligionsphilosoph. — Das ist der Inhalt der dritten Periode seines Schaffens, von der wir aus der Fülle der Arbeiten, nur die beiden grösseren hervorheben wollen: ״Der Begriff der Religion im System der Philosophie“ (Brl. 1915) und ״Die Religion der Vernunft . . Hermann Cohen als Philosoph der Religion? Hermann Cohen der Kant so schwer tadelt, dass er nicht konsequent Religion in Ethik aufgelöst, 34) der in der Selbständigkeit der Religion die schwerste Gefahr für die Ethik erblickt, der noch 1904 schreibt, die Religion sei nur ein Naturzustand, dessen Kulturreife in die Ethik falle, 35) der auch noch 1904 etwas gemässigt erklärt: ״Religion ist nur ein Nebenweg für den Menschen der Kultur, ein Weg der zufälligen Herkunft für das Individuum.“ ״Bestimmend ist für alle Menschen der einheitliche Weg der Kultur, die auf der wissenschaftlichen Kultur beruht“s6), der aber auch hier noch glaubt, ״die Einheit des Geistes ist durch die Selbständigkeit der Religion in Gefahr“, und meint, ״die Religion verkürze und verstümmele die Ethik“, der die Religion schliesslich nur anerkennt ״in den Zeiten der Vorbereitung für das Ideal der systematischen Ethik“,-??als Ersatz für die noch nicht zur Reife gekommene Ethi k“. Wie ist das möglich?-Welche grundlegende Aenderung מ) siehe besonders Ethik 199 ff. 385 ff. — das Thema soll noch behandelt werden. 34) K. B. d. E. S, 455 ff. **) Ethik 372/73. 8י*) Religion und Sittlichkeit. Brl. 1907 S. 74. siehe auch S. 681