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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 461

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 461 (sequence 43)
Language
German
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Die Rellgionsphilosophie Hermann Cohen’s 461 Philosophie, für Hermann Cohen jede philosophische Ethik, jede wahre Sittlichkeit. Er erkennt keine andere Ethik an, spricht jedem System der Moral die Berechtigung, den Charakter der Wissenschaft ab, das nicht aus dem Begriff des reinen Willens die Ethik erzeugt. — Das ist ja der Urirrtum, die Ursünde des menschlichen Geistes, diese logische Scheidung nicht zu beachten, Natur mit Sittlichkeit gleichzusetzen, die Eigenart der Ethik aufzuheben, Sittlichkeit lediglich zu einer ״Ausschwitzung der Natur״ zu degradieren, — ״ein mittelalterlicher Irrtum, der sich nur mit neuen Flittern bekleidet hat28 ״). Denn geht Ethik in Logik, geht Sollen in Sein, geht Forderung in Folgerung auf, dann ist auch Trieb, — Moral und Macht gleich Recht zu setzen. Das ist die Verfänglichkeit, die Gefahr pantheistischer Phantasien, dass sie logischer und ethischer Willkür Tür und Tore öffnen, dass das Urteil Natur Gott Sittlichkeit die Eigenart wissenschaftlicher Naturerkenntnis ebenso schwer verletzt, wie sie der Ethik das Rückgrat bricht. — Nur Verbindung zwischen Sollen und Sein gibt die Methode, und diese Methode ist — Wahrheit, diese Wahrheit — Gott. Das muss ausgeführt werden. Die Logik an sich kann Wahrheit nicht erzeugen, die Natureikenntnis kann Richtigkeit, Gesetzlichkeit, Allgemeinheit und Notwendigkeit haben, aber keine Wahrheit, die bringt erst die Ethik hinzu; aber nicht aus sich selbst, sie wächst ihr zu aus der Verbindung mit der Logik. Die Ergebnisse der Logik beruhen auf Grundlegungen, sie können nicht absolute Geltung haben; aber die Methode, vermittels der sie erzeugbar werden, Logik und Ethik in Einheit, diese Methode des S u c h e n s der Wahrheit — ist die Wahrheit. Noch von einer anderen Seite gesehen: Die Ethik erzeugt einen Begriff, der über sie hinausweist, den Begriff des Fortschritts, des ewigen Fortschritts der Menschheit zur Verwirklichung der Sittlichkeit — — Der aber fordert die Erhaltung der Menschheit, somit die Erhaltung der Natur — dieser Zusammenhang ist das Gesetz der Wahrheit. Diese Wahrheit neunt Cohen Gott. ״Gott be- 2s) Ethik S. 420.

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