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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 457

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 457 (sequence 39)
Language
German
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Die Religionsphilosophie Hermann Cohen’8 457 das eine Motiv empor, das Cohen hinauswachsen lässt über seinen Meister und das uns Wegweiser sein kann für das Verständnis seiner Ideen, den Charakter seiner Philosophie. Die (philosophische) ״Aktualität“, die aktivistische Stimmung seines Denkens. — Er erblickt die geniale Tat Kants gerade darin, dass sein Erfabrungsbegriff kein absolutes Subjekt und Objekt, keinen Unterschied zwischen Ding und Vorstellung, sondern nur den Akt, die Wirklichkeit des Erkennens selbst, das ״BL er vor bringen“ des Gegenstandes im Denken kennt und anerkennt; denn das Denken ist es, dass sich die Dinge erschafft, kraft der ihm innewohnenden Gesetzlichkeit, und die Kategorien Kants sind ja keine ״Teigformen“, die den Stoff der Erfahrung formen, sondern meinen lediglich den lebendigen Prozess de3 Erkennens, des Erdenkens des Gegenstandes. Schon hier beginnt sich die Starrheit der Kantischen Begriffe zu lösen. Gleich das zweite Werk18) zeigt uns das zweite Motiv, die zweite Grundtendenz seines Denkens, das Streben nach Einheit. Das letzte Ziel dieser Arbeit ist, die Einheit von Sollen und Sein, von theoretischer und praktischer Vernunft zu finden und zu begründen. Die Antwort erscheint noch schwach; Cohen zeigt, ״dass die Erfahrungslehre die Möglichkeit einer Ethik nicht bloss nicht aufhebt und nicht bloss offen lässt, sondern fordert“ 14). Aber die Tendenzen weisen vorwärts, dräng&i stürmisch über sich hinaus. Eine bedeutsame Wendung der Gedanken gibt eine Nebenarbeit, über ״das Prinzip der Infinitesimalmethode und seine Geschichte“ 15); hier steht das entscheidende Wort: ״wir objektivieren .... die Vernunft in der Wissenschaft-darin erst reift der Idealismus 13) Kants Begründung der Ethik, Berlin 1877. 2. Aufl. wesentL um gearbeitet, Berlin 1910.— hier später immer zitiert nach der 2. Aufl unter K. B. d. E. «) K. B. d. E. S. 17. i5) Das Prinzip der Infinitesimalmethode und seine Geschichte, eia Kapitel zur Grundlegung der Erkenntniskritik. Berlin I88S.

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