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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 456

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 456 (sequence 38)
Language
German
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W₪₪₪₪t₪₪t₪₪₪₪₪₪t₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪t₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪K₪₪B₪₪₪₪₪₪₪BKK₪₪₪₪B₪s- 456 Die Religionsphilosophie Hermann Cohen’8 Hoffnungen seines Volkes aus seinem Willen strich10), ihn, den Denker, der Staat und Staatsbewusstsein zu einer Grundlage seiner Ethik machte11). Herrmann Cohen wurde einsam, immer einsamer in der deutschen Welt, je mehr er als Jude sich fühlte und gab. Ob das mangelnde Verständnis der Umwelt seine Entwicklung zum Judentum beeinflusste, oder umgekehrt seine mehr betonte jüdische Eigenart ihm die Welt entfremdete, ist kaum zu entscheiden; wahrscheinlich liegt hier eine jener Wechselwirkungen vor, bei der Ursache und Wirkung miteinander tauschen. So nimmt er mit 70 Jahren Abschied von Marburg, um die letzten Jahre seines Lebens — bis zu seinem Tode (1918) lebte und wirkte er in Berlin — sich fast ganz auf jüdisch-philosophiche Arbeiten zu konzentrieren. III. Das philosophische Schaffen Herrmann Cohens kann man in 3 Perioden gliedern. 1) Schriften über die Kantische Philosophie (c. 1870—90). 2) Die Werke des eigenen Systems (1890—1910). 3) Die Arbeiten über Religion und Judentum (1910—18) (Die Jahreszahlen geben natürlich nur ganz ungefähre Anhaltspunkte). So gewaltig ist die Einheit dieses Menschen, so sehr verschmilzt Persönlichkeit und Werk, Mensch und Denker, Denken und Schaffen, dass man an der Reihenfolge seiner Schriften seinen geistigen Werdegang und den logischen Aufbau der Ideen mit voller Klarheit demonstrieren könnte. — Unsere Aufgabe aber kann es hier nur sein, einige charakteristische Linien zu zeichnen, und so wollen wir versuchen, an Hand «ireier Grundtendenzen, die uns als Leitgedanken dienen sollen, las Entstehen seiner Werke zu verfolgen. Wie ein Blinkfeuer leuchtet schon in seinem Erstlingswerk12) 10) Deutschtum und Judentum. Giessen 1915, siehe auch Ethik des reinen Willens, 058. 1J) Ethik des reinen Willens 229 ff. 12) Kants Theorie der Erfahrung, a. a. O. Berlin 1871.

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