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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 436

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 436 (sequence 18)
Language
German
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436 Mar Samnel Stern selber erscheint68 ״. Koch manche andere Lehren und Aus״ spräche von ihn! zeugen dafür, dass er mit wissenschaftlichem Geiste die Phänomene des Kimmeis zu erklären suchte 69; und es ergibt sich hieraus mit Gewissheit, dass er in der Astronomie mit seiner Zeit gleichen Schritt־ hielt oder gar derselben voraus war. Besonders verdient hatte sich Samuel dadurch gemacht, dass er denjenigen Zweig der praktischen Astronomie, welcher die Kalendarium de ausmacht, besonders pflegte und die Keimtnis desselben in Babylonien verbreitete. Dieser für das religiöse wie für das bürgerliche Leben so wichtige Wissenszweig; konnte zwar damals nur in Palästina, wo allein die Bestimmung der Monatsanfänge und Einsetzung der Schaltjahre zulässig werT0, praktische Anwendung finden; wrurde aber dennneii bald durch die Anregung Samuels auch bei den babylonischen Gesetzeslehrern Gegenstand eifrigen Studiums. Die Bestimmung des Monatsanfangs (Posch Chodesch), von welchem auch die Festtage abhängig waren, erfolgte zu jener Zeit, da noch das Sanhedrin, mit dem Patriarchen an der Spitze, in Palästina seinen Sitz batte, immer an dem Tage, an welchem der neue Mond als schmale Sichel am Kimmei zum ersten Mal nach dem Neumonde sichtbar wurde. Dies letztere musste durch Zeugen vor dem Pariarchen und seinem Kollegium an ge zeigt werden, welche einerseits um die Zeugenaussagen prüfen za können, andererseits um auch dann, wenn der Mond nicht zur gehörigen Zeit von Zeugen gesehen würde, keine Unordnung im Kalenderwesen eintreten zu lassen, sowohl in der Berechnung des jedesmaligen Neumondes (d. h. des Zeitpunktes, in welchem der Mond in Konjunktion mit der Sonne tritt) als auch in der Kenntnis der Zeit, in weicher nach jedem Neumonde das Sichtbarwerden des Mondes zuerst möglich wird, wohl erfahren sein mussten 71. Sobald der Anfang eines neuen Monats ungeordnet war, wurde dies durch Sendboten allen jüdischen Gemeinden angezeigt. Diejenigen Gemeinden, die von Palästina so weit entfernt waren, dass zu ihnen kein Bote vor dem Eintritt des Feiertages gelangen konnte, blieben über die wahre Feiertags-

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