Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- Seite 432 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2293004-2293010--05277-2298560- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4 82 Mar Sanmel und er rühmte sich, bei weitem die meisten Krankheitsfälle heilen zu können 46. Es werden auch in der Tat viele Aussprüche von ihm in den beiden Talmuden mitgeteilt, die auf seine ausgebreitete Kenntnis in der Arzneikunde schliessen lassen 47. Besonders ausgezeichnet hat er sich in der Augenheilkunde, in der er schon früh seine Meisterschaft dadurch bewährte, dass er eine langwierige Krankheit des Patriarchen geheilt und dabei eine besondere Geschicklichkeit bewiesen hat48. Eine von ihm erfundene Augensalbe war unter dem Namen Kollyrin de-Mar Samuel49 weit und breit bekannt und gesucht, wiewohl er selbst lehrte, dass des Morgens die Augen mit kaltem Wasser zu waschen und des Abends Hände und Füsse in warmem Wasser zu baden besser sei, als alle Äugensalben der Welt50. Viele von ihm ausgesprochene diätetische Regeln und Verwabrungsmittel vor allerlei Krankheiten sind noch heute schätzenswert und zeigen zur Genüge, dass sein Wissen in der Medizin ein gründliches und methodisches war 51. Gleich seinem Lehrer R. Chanina pflegte er öfters anstatt der Unterschrift seines Namens einen Palmzweig zu zeichnen 5‘2, welches Zeichens sie als Aerzte wahrscheinlich deswegen sich bedienten, weil der Dattelsaft in jener Zeit im Orient als Universalmittel galt und auch von Samuel hei mehreren Krankheiten als Heilmittel gebraucht wurde ss. Obgleich Samuel die Arzneikunde und andere mit derselben in Verbindung stehende Wissenschaften eifrigst pflegte, so war er dennoch selbst in der Gesetzeskunde nicht hinter seinen Kollegen zurückgeblieben. Er lag seinen Studien mit solchem Eifer und Fleisse ob, dass er, ungeachtet seiner anderweitigen wissenschaftlichen Beschäftigungen, dennoch bald zu den Gesetzeslehrern ersten Ranges gezählt wurde. Nach einem Berichte soll gar der Patriarch R. Juda schon damals sich bestrebt haben, ihm die Ordination zu erteilen, aber durch Umstände daran verhindert, von Samuel selbst bewogen worden sein, sich nicht mehr um diese Angelegenheit zu bemühen, da es im Buche Adam’s geschrieben stehe: Samuel soll nur Cfaakim aber nicht Rabbi genannt werden 5h Wegpn seines ausserordentlichen Fleisses