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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 430

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 430 (sequence 12)
Language
German
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430 Mar Samuel ersten Lebensjahre fielen, hätte erwarten sollen. Samuel muss, wie sein späteres Leben beweist, schon in seiner frühesten Jugend einen vielseitigen Unterricht genossen und so die nötigen Vorkenntnisse zu seinen späteren wissenschaftlichen Studien erworben haben. Während seiner Zeit ward in Palästina an einem Werke gearbeitet, das eine neue Epoche in der jüdischen Geschichte herbeiführte und auch Samuel die Richtung seiner Tätigkeit vorzeichnete. Der Patriarch R. Juda, der Heilige, hatte das Gesetzesstudium in Verfall geraten und die Zahl der Gelehrten in Palästina immer mehr abnehmen sehen; er hatte bemerkt, dass das Judentum bereits in Babylonien seinen Schwerpunkt habe, und wollte deshalb dafür Sorge tragen, dass die jüdische Lehre auch im Auslande ihren Sitz aufschlagen und von Palästina unabhängig überall gefördert werden könnte, ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, durch ihre Entfernung vom Ursprünge von ihrer Reinheit immer mehr zu verlieren und zuletzt durch die Meinungsverschiedenheit ihrer Träger in viele weit auseinandergehende Theorien zersplittert zu werden. Er hatte es daher unternommen, alle traditionellen Lehren sowohl als auch alle Verordnungen und Institutionen der vorhergehenden Gesetzeslehrer in eine systematisch geordnete Sammlung zu bringen, welche dann als die allgemein anzuerkennende Grundlage erklärt werden solle, auf der von nun an die weitere Fortbildung der Lehre zu erfolgen habe 34. Während bisher jeder Gesetzeslehrer seine eigene, aus überlieferten und selbst gefolgerten Lehren bestehende Mischna in einer beliebigen Ausdrucksweise lehrte, soll von nun an in allen Lehrhäusern eine Mischna, die des R. Juda vorgetragen, und die Lehrer als Emorann, d. Verdolmetscher und Erklärer der von den Tannalm (Traditionslehrern) überlieferten Lehrsätze, betrachtet werden Dieses Werk hatte R. Juda mit der Zustimmung und Unterstützung sämtlicher gleichzeitiger Gesetzeslehrer zu Stande gebracht; denn von allen Seiten waren Jünger nach dem Lehrhause R. Juda’s zu Sephoris geströmt31, und auch die grössten Lehrer Babyloniens waren nach Palästina gewandert und hatten

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