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Jeschurun · 1921-09-01 · Heft 9-10 (September 1921) · p. Seite 404

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 9-10 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 404 (sequence 62)
Language
German
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404 Moderne westliche Ghettoliteratur vollste an ihnen ist das schlechthin Menschliche. Hier etwas spezifisch Deutsches zu sehen ist, wiederum eine gedankliche Unklarheit. Je einfühlender man dies Bekenntnisbuch liest: man ersieht die seelische Einsamkeit des Dichters. Schöpferischer Mensch, von der Idee seines Schöpfertums so beseelt, dass ihm ein freier Blick für die Objektivität fehlt, sucht er Bindungen und fühlt als Deutsch-Jude sich zwitterhaft. Hätte er letzte weltanschauliche Tiefe, er vermöchte denkerisch Wurzel zu fassen und dabei doch ein grosser Künstler zu sein. Wir berühren hier unserer Meinung nach seine Problematik. — Er selbst erlebt sie wahrscheinlich noch unmittelbarer, denn der Ausklang des Bekenntnisses ist auch nur ein Fragezeichen. Es bringt keine Ent- Scheidung und keine Andeutung einer Lösung. Nur als Künstler ist Wassermann mit der Welt versöhnt, nicht als Mensch einer Gemeinschaft. Ein persönlich-individualistischer Grundton durchzieht das Bekenntnis. Sein Individualismus wäre in einem bestimmten gesellschaftlichen oder auch volklichen Menschen komplexvielleicht gefühlsmässig zu überdecken, nicht aber geistig aufzuheben in einer Gemeinschafts i d e e. — Seine dichterische Sendung bleibt von diesen Ausführungen unberührt. Sie ruht in einer anderen Wertungssphäre und wird von der weltanschaulichen Kritik nicht mitbetroffen. — Moderne westliche Ghettoliteratur. Von Dr. Armin Blau-Hamburg. (Schluss.) Nach diesen Düsterkeiten und Trübseligkeiten der Amsterdamer und New Yorker Ghettoschilderungen gelangen wir mit der Besprechung von Israel Zangwill, dem Schilderer des Londoner Ghettos, in sonnigere Gefilde. Zangwill hat nicht umsonst die Luft Englands von Jugend auf geatmet, Englands, des klassischen Landes des Humors. In England ist von jeher, seit den Sentimentalisten des XVIII, Jahrhunderts, das Wort Humor nicht

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