Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 400 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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400 Vom jüdisch-deutschen Volks- und Liebeslied, Wirst du sehn meinen Schmerz, Wirst du schon kommen zu mir. — Die Eltern sollen helfen — auch in des Herzens Sturm und Drang bleibt das kindliche Verhältnis und spricht aus folgendem Lied: ״Vater meiner, getreuer, Mutter süsse, mein Leben! Löscht aus in mein Herzen das Feuer, Sollt ihn zum Mann mir geben. Sobald ihr mir ihn nicht werd’t geben, So kostet es mich mein Leben. Wird euch schon nicht helfen das Sparen — Werd’ müssen mit ihm abfahren.״ ״Tochter, du bist doch närrisch! Verblendet dein’ Augen sind! Die Lieb’ ist dir wie der Tod, Sie bringt dich zur Erd’ mein Kind. Wirst haben einen Mann, schön wird er sein, Vor Gott und vor Leut’! Nicht wirst du mit ihm die Jahr ausführen — ’s ist nur für ein’ kurze Zeit!״ Aber letzten Endes bezwingt eben doch die Liebe den Gehorsam: Ich mit meinem Bräutigam, Mein Mammeschi in der Mitt’: Hochzeit will ich machen, Mein Mammeschi lasst mich nit־. Ich schau’ nicht aut Mammesch, Ich hör’ nicht ihr Wort: Ich nehm’ meinen Bräutigam Und geh’ mit ihm fort. Ich geh’ mit ihm fort In die weite Welt hinein;