Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 399 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom jüdisch-deutschen Volks- und Liebeslied 899 ״Spielt mir auf den neuen Tanz, Der ist herausgekommen; Hab' mich verliebt in ein Mädchen, ein schön s, Und kann zu ihr nicht kommen. Ich wollt’ schon zu ihr kommen, Sitzt sie gar so weit: Ich wollt’ ihr ein Küsslein geben — Schäm’ ich'mich vor Leut'. Nicht also vor Leut’, Wie vor Gott allein. Ich wollt’ mit ihr verbringen die Zeit, Und keiner soll dabei sein.“ Auch in der rührenden Klage des vereinsamten Mädchens schwingt• der religiöse Unterton im Auftakt ergreifend mit: Meine Sabbath- und Feiertage Sind mir geworden zerstört: Seit ich hab’ deine Liebe erkannt, Liegt mein Gesicht in der Erd’. Ich ess’ nit, ich trink* nit, ich schlaf keine Nacht, Ich tu nur bangen nach dir; Und du hast vielleicht schon ein’ andre an Seif Und hast schon vergessen zu mir. Wenn ich wär’ ein Vöglein vom Wald, Wär* ich zu dir geflogen; Wenn ich hätf ein Strickelein, Wär* ich zu dir gezogen. Wenn ich wär’ ein Fischlein vom Wasser, War* ich zu dir geschwommen; Und so ich wüsste, wo du bist, War ich zu dir gekommen. Ich bitt’ dich in Treuen, O lass dich gereuen Und hab’ schon Erbarmen mit mir! Mach’ auf mein Herz,