Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 395 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Vom jüdisch-deutschen Volks- und Liebeslied 395 Du Mädele, du schönes, du Mädele, du feins, Ich will dich fragen ein Rätsel, ein kleins: Wo ist ein Wasser ohne Sand? und wo ein König ohne Land? ״Das Wasser vom Aug’ ist ohne Sand, Der König von Karten ohne Land!“ Fragen übrigens und Antworten, die sich in rein deutschen Liedern völlig entsprechend wiederfinden (hier wie dort auch das charakteristische samd für chd. Sand). In die Gruppe dieser Rätsellieder kann man auch einbeziehen jenes schelmische Fragespiel, in dem das ״Ding״ geraten werden soll, welches das Mädchen haben will, bei un3 in Oöln wohlbekannt in der Form: Moder i will ein Ding hanl Wat for’n Ding, min Herzenskind? Ein Ding, Moder, ein Ding! Willst du denn ein Kettche han? Ne, Moder, ne! Du״ bist kein gode Moder, Du kannst dat Ding nicht raten, usw. Dieses Lied lebt unter den Juden Warschaus in folgender Gestalt: Jome (Eigenname), spiel mir ein Liedelein, Was will das Mägdelein? Mägdelein will ein Paar Schühlein haben — Muss man gehn, dem Schuster sagen! — Nein, Mammesehi, nein! Du kannst mich nicht verstehn (jüd.: verstein), Du weisat nicht was ich mein’. Jome usw. Mägdlein will ein Hütlein haben, Muss man gehn, der Putzerke (Putzmacherin) sagen! Nein, Mammesehi, nein usw. Mägdlein will ein Paar Ohrringe haben, Muss man gehn, dem Goldschmidt sagen!