Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1921-09-01 · Heft 9-10 (September 1921) · p. Seite 391

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 9-10 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 391 (sequence 49)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2293004-2293009--05216-2298499
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

nmBamEmBmBBSK₪t₪aBmBMaBsssaaBsaaa₪ammaa₪aBa₪mma₪a₪B₪m₪₪a₪Ba₪aammm Vom jüdisch-deutschen Volks- und Liebeslied 391 schaft besitzen wie Romain Rolland, die Welt zu sehen, wie sie ist — und sie zu lieben. Wir sehen sie nicht, wie sie ist, noch wie sie sein sollte, sondern nur, dass sie anders ist, als wir es möchten — und von Liebe kann gewiss nur selten die Rede sein. Die Traditionstreuen verstehen gar zu selten die geistige Not derer, die sich nicht leichtfertig entfernt haben, diese grosse Leistung vieler Treugebliebenen, und bei den Politikern vollends räumt kaum jemals einer dem anderer Meinung Huldigenden Daseinsrecht ein. Nur wenige stehen verständnisvoll zwischen den Extremen und wissen oft nicht, ob der selbstgerechte Fanatismus jener oder ihr eigener vermittelnder Standpunkt, dem die naive Sicherheit nur zu oft fehlt, im Recht ist. — Eins ist — von allem anderen abgesehen — gewiss: die Verhetzung, die durch den Kampf in unsere Reihen kommt, ist eine Gefahr, Sie ist ein Laster im Sinn unserer jüdischen Ethik und im Geist Rollands. Und sie ist für uns verhängnisvoller als für bodenständige Nationen. Unsere Waffe ist der geistige und sittliche Vorsprung. Das Scheitern jedes grossen Erziehungsstrebens, das den Verfall des ThorahWissens verhindern soll, das Misslingen jedes bedeutenden völkischen Wurfes besonders in kolonisatorischer Hinsicht ist nicht zuletzt auf das Konto der Unversöhnlichkeit, des ohne moralische Hemmungen geführten Parteikampfes zu setzen. Von seiner Veredelung und Ab3chwächung wird es deshalb abhangen, ob wir künftig mit mehr Erfolg als bisher kulturell und politisch wirken werden. Vom jüdisch-deutschen Volks- und Liebeslied. Von Rabbiner Dr. Rosenthal-Coln• Die jüdisch-deutsche Literatur, über die ich vor einigen Semestern an der Handelshochschule der Universität Cöln gelesen habe, ist in ihren ersten Erscheinungen aus dem 11.—13. Jahrhundert zunächst rein deutsch mit hebräischen Schriftzeichen. Dann, vom 16. Jahrhundert an, in den jüdisch-deutschen Ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.