Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 366 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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366 Die modernste Deutung usw. Gott zu fürchten, ,wir wollen Tag für Tag, und wäre es auch nur kurze Zeit, den Worten jenes Mannes lauschen, der uns mit Mut und Kraft erfüllt, das Höchste zu vollbringen im Dienste unseres Gottes. Gewiss, wenn ihr nur zu ihm kommt, er lässt euch nicht, er hätt’ euch denn gesegnet! J. W. Die modernste Deutung des biblischen Sündenfallsberichts. Von Geh. Reg. Prof. Dr. E. König, Bonn. Nachdem in früheren Zeiten nur ganz vereinzelt die Meinung aufgetaucht war, dass die Erzählung der Bibel vom Zustandekommen der ersten Menschensünde einen erotischen Hintergrund besitze, häufen sich neuerdings die Stimmen, die diese Auslegung empfehlen. Der umfassendste Versuch aber, die sexuelle Auffassung dieses Berichts zur Herrschaft zu bringen, ist erst unlängst gemacht worden.1) Deshalb ist es Zeit, dass dieser Versuch auf seine Berechtigung geprüft werde. Jener Deutungsversuch nimmt seinen Ausgang von der Frage: ,Ist das Verbot des Essens vom Baum in der Mitte des Gartens willkürlich gewählt? Hätte ebenso gut irgend eine andere Sache den ersten Menschen verboten werden können, um ihre Uebertretung des Verbots zu demonstrieren?“ Diese Frage ist allerdings an und für sich berechtigt. Aber erstens kann von der Möglichkeit ihrer Bejahung keineswegs die Möglichkeit jenes Vorgangs abhängig gemacht werden. Denn auch bei tausend andern Vorgängen in der Geschichte kann gefragt werden, ob sie nun gerade so sich zugetragen haben müssten, und kann ihr Wahrheitsgehalt nicht davon abhängig *) Von Dr. Ludw. Levy (Brünn) in dem Aufsatze ״Sexualsymbolik in der biblischen Paradiesgeschichte״, der in der ״Jmago“, Zeitschrift für Anwendung der Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften, herausgegeben von Prof. Sigmund Freud (Wien) u. a. (1918), S, 16 fi.* erschienen ist. #