Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 363 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Samson Raphael Hirsch als Erzieher 863 Juden sich bewähren muss, der sich in den Bereich seiner Erziehertätigkeit begibt, an dem er seine erzieherische Kraft entfalten kann, der zu seinen Schriften sich wendet und immer wieder zu jener Weisheit zurückkehrt, die einst der Mund des Lehrers verkündet hat. Samson Raphael Hirsch als Erzieher! Das wäre ein dankbares, fruchtbares, vielgestaltig zu behandelndes Thema* Ich habe nur seine Schriften berührt, aber er hat ja auch eine gottgesegnete, praktische Wirksamkeit entfaltet, er hat ja Menschen gebildet Generationen hindurch, die Verlorenen zurückgebracht, die Verstossenen gesammelt, eine blühende Gemeinde schier aus dem Nichts geschaffen, die Jugend gelehrt, die Männer gestählt. Und vor allem, er war Gründer und Leiter einer höheren Schule, Pädagoge im engeren Sinne, und dass er hier der rechte Mann auf dem rechten Platze war, lehrt der Erfolg. Anregend und inhaltreich sind auch seine pädagogischen Aufsätze, die er zum Teil im ״Jeschurun״, zum Teil in Schul- Programmen veröffentlicht hat. Letzten Grundes ist die Technik der Pädagogik nur eine, es können daher nur immer die gleichen Wahrheiten ausgesprochen werden. Auch will Hirsch eigentlich nur den Nachweis führen, dass in Bibel und Talmud die gleichen Sätze ausgesprochen werden, die heute Allgemeingut der Pädagogen sind. Dennoch begegnen wir bei Hirsch Gedankengängen, die der ganz modernen pädagogischen Bewegung entsprechen. Eines der bekanntesten Bücher dieser Bewegung ist Försters ״Jugendlehre“ Wer dies Werk liest, und mit den Erörterungen Hirschs vergleicht, wird überrascht sein, wie ähnlich hier und dort die Grundideen sind. Wenn es bei Förster heisst, der Grundfehler unsrer Erziehung beruhe darauf, dass wir die Moral als eine dem Kinde feindliche Macht hinstellen, die immer zu verbieten hat nnd dem Kinde seine liebsten Wünsche stört, während wir uns doch mit den natürlichen Trieben des Kindes, der Tapferkeit, dem Mut, dem Selbstbewusstsein verbünden, ihm zeigen müssten, dass die Selbstüberwindung, die in der Erfiillung der Sittengebote gegeben, der Ausfluss höchster Tapferkeit ist, so vergleiche man damit Hirsch (Programm 1875): ״Des