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Jeschurun · 1921-09-01 · Heft 9-10 (September 1921) · p. Seite 356

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 9-10 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 356 (sequence 14)
Language
German
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456 Samson Raphael Hirsch als Erzieher Gesichtspunkte oder anders gestaltete Formen wieder erweckt werden, können nicht nur ihre Stärke (wenn auch nicht ihre Heftigkeit) behalten, sondern durch Wiederholung nur gewinnen. Die nämliche Summe von Energie, die im Moment der Erregung ausgelöst ist, lässt sich auch später auslösen, nur gewissermassen in mehrere Ströme verteilt. Das Gefühl gewinnt also an Mannigfaltigkeit und Innigkeit, was es an Frische verliert. So wird gerade für die Welt der höheren Gefühle die Erkenntnis und die Bereicherung der Vorstellungen von der grössten Bedeutung• Durch die Verbindung, die die Vorstellungen miteinander eingehen, werden auch die Gefühle anders gruppiert. Durch die Beziehung der Gedanken zu neuen Gedanken gehen die Gefühle in neue Gefühle über. Wer also durch das Gefühl auf den Willen dauernd wirken will, muss so häufig wie möglich neue Gedankenreihen vorführen, um die Vorstellungswelt des ihm Anvertrauten zu bereichern und durch die neuen Vorstellungen einen neuen Weg zu seinem Herzen zu finden, er muss verschiedenartige Formen wählen, um das Gefühl von Zeit zu Zeit an einem anderen Ende zu ergreifen. Was ich hier ausgeführt, ist von der Wissenschaft festgestellt und in den systematischen Werken der Psychologie zu lesen, und es klingt doch so, als hätte ich das alles aus einer Analyse der literarischen Produkte Hirschs gewonnen, als hätte ich diese Gesetze aus der genaueren Beobachtung seines Wirkens abgeleitet. So sehr war seine Arbeit eine Erfüllung der psychologisch gegebenen Aufgabe. Ja, wenn es das Ziel des Menschenbildners ist, dem Willen die Richtung zu geben und diesem Ziele mit allen Mitteln auf allen Wegen zuzustreben, und wenn der erfolgreichste Weg, wie wir gesehen, eben der ist, eine Fülle von Gedanken durch das Medium de3 Gefühls dem!Villen zuzuführen, dann war Hirsch das Ideal des Menschenbildners. Ich setze bei dem Leser die Kenntnis der Werke Hirsch’s voraus und begnüge mich daher mit Andeutungen. Den Willen zu bestimmen und natürlich religiös und im Sinne des gesetzes-

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