Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 347 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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m Samson Raphael Hirsch als Erzieher 347 Nirgends ist Hirsch so ganz Hirsch, nirgends tritt das Geniale seiner Persönlichkeit so unverhüllt hervor, wie in den ersten Jahrgängen des ״Jeschurun“. Er steht in der Vollkraft seines Schaffens, eine blühende Gemeinde zaubert er aus dürrem Boden, er bildet Menschen nach seinem Ebenbilde, seine Weltanschauung, vor Jahrzehnten schon in grossen Zügen von ihm erfasst, ist ausgereift, sein sicherer Besitz geworden, die Werke der Zukunft liegen vor seinem geistigen Auge, und jetzt auf dem Höhepunkt seines Lebens, im Glücksgefühl des Errungenen, im Bewustssein seiner providentiellen Aufgabe hält er seine Reden an die jüdische Nation. Es sind Reden auch für den Leser, aber Reden wie der Propheten Rede, nicht für den Tag geboren, sondern für alle Zeiten. Und auch mich ergriffen sie mit elementarer Gewalt. Solche Töne hatte ich noch nie vernommen. Ich ־w&r in dem Alter, in dem die Widerstandsfähigkeit gegen die Fluten der aus allen profanen Wissenszweigen herandrängenden Probleme geschwächt ist, da all die stickigen Dünste das Hirn ■umnebeln, da brauste der Sturm der religiösen Begeisterung aus diesen Reden hervor und verscheuchte die Nebel. Die eiserne Konsequenz, das *Und dennoch״! das aus jeder Rede spricht, sie wurden Stab und Stütze dem im Dunkel Wandelnden, Es war kein Zufall, dass ich gerade mit dem ״Jeschurun״ im .Arm dem Getriebe der Großstadt entfloh und die Wälder der Mark durchstreifte. Ein Urwüchsiges, ein völlig Ursprüngliches, ein Stück Natur war für mich in die Erscheinung getreten. Und nur in Gottes freier Natur, wo die Brust sich weitet, der Blick unbehindert durch die Ferne schweift und mit den Sinnen auch der Geist sich zu Grossem erhebt, nur dort schien mir der rechte Rahmen gegeben für das grandiose Bild, das Hirsch mit Meisterhand entwirft. Auch di8 kargen Reize der Mark entschleiern dem, der sie mit offenem Auge sucht, die Züge der Schönheit und Erhabenheit in der Natur. Auch hier: Wald und Feld und Berg und Tal, und Blumenduft und Vogelsang, ins scheinbar Unendliche sich dehnende Binnenseen, das blaue Himmelsgewölbe und das Spiel der Sonnenstrahlen in allen Farbenwundern, das Wechsel-