Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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336 Eine ״Geschichte des Judentums“ Recht, sich lächerlich zu machen, wie es ihm gut dünkt, und Herr Hauser hat von diesem Recht den ausgiebigsten Gebrauch gemacht. Wenden wir uns den Expectorationen zu, in denen uns der Verf. als der skrupelloseste Judenfresser und Hetzer sich zeigt, schlimmer als der übelst beleumdete Radauantisemit, gerade deshalb, weil er seine Verleumdungen, die er aus den niedrigsten Kloaken der antisemitischen Literatur aufgeklaubt hat, mit einem pseudo-wissenschaftlichen Mäntelchen umhüllt. Die blutigen Verfolgungen, unter denen die Judenheit in ihrem fast zweitausendjährigen Märtyrertum gelitten hat, kann der Verf. allerdings nicht auf Mythenbildung zurückführen, er muss sie als historische Tatsache anerkennen, aber er weiss sie zu begründen, zu entschuldigen, abzuschwächen. Zum Teil haben die Juden sie selbst verschuldet, zum Teil sind die Berichte, weil von Juden dargestellt, übertrieben, denn es hätten ja die Juden nicht allein gelitten, auch andere seien verfolgt worden. Wie begründet so vieles war, erfahren wir ja aus den von Eisenmenger, Schudt, Rohling et tutti quanti veröffentlichten, der jüdischen Literatur selbst entnommenen Citaten. Dass alle diese ״Beweise״ längst als Lügen erkannt sind, das kümmert die höhere sittliche Qualität des Blondlings Otto Hauser nicht. Die Pogrome der Neuzeit, die wohl bedauerlich sind, seien aber nicht alle so ernst zu nehmen. Wenn einmal einem Juden in Russland ein Bart abgeschnitten würde, dann schrie die ganze Judenheit: Pogrom! Sechstausend Tote! — Ich glaube, es genügt, ein solches Gebabren zu konstatieren, Widerlegen, Gegenbeweise — verlorene Mühe. Nur auf eines, wie der Verfasser mit der Anklage des rituellen Mordes, sich auseinandersetzt, muss etwas näher eingegangen werden. ״Wir haben alle Ursache״, schreibt der Verf., ״der Versicherung Glauben zu schenken, dass die Juden in unserer Zeit (sic!) und so weit nach den vorhandenen scbrrftliehen Zeugnissen ihr Wissen zurückreicht, kein Blut bei ihrem Gottesdienst verwandten. ״ Das scheint nun trotz des einschränken־ den ״in unserer Zeit״ ein gerechtes und unparteiisches Urteil zu sein, zumal der Verf. auf den Ekel, den die Juden vor dem