Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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384 Eine ״Geschichte des Judentums“ sondern die klare Luft der ihm entrückten Höhe.״ So der viel von sich seihst erzählende Verf. im Geleitworte zu seinem Buche» Wie diese ״staubfreie״ Luft beschaffen ist, darüber gibt ein ganz, ganz kleines Wort allein Auskunft. In dem zweifelhaft lieblichen Tun, bei jüdischen Männern mit nicht den Juden verratenden Namen den ursprünglichen festzustellen, versäumte der Verf. es nicht, dem Historiker Heinrich Graetz, natürlich einzig und allein um der geschichtlichen Wahrheit willen, in Parenthese den Namen Ilersch anzuhängen. Nun mag dessen Namen ursprünglich Hirsch statt Heinrich gewesen sein, aber es gibt doch der Sache'mehr Klang, wenn man dem Juden in seinem vermutlichen Jargon nachruft. Das zeugt aber meiner Ansicht nach nicht von ״staubfreier״ Luft, sondern viel mehr von der stickigen Luft schmutziger Winkelgassen, wo von Gassenbuben diese Praxis geübt wird. Mit der ״staubfreien״ Luft ist es also nichts. Wir wissen also jetzt, auf welchen Ton das Buch ge״ stimmt ist und könnten die Feder niederlegen; allein, sehen wir, ob nicht etwas wissenschaftlicher oder ethischer Wert in diesem dickleibigen Werke steckt. Also zuerst die geistvolle und tiefgründige Rassentheorie des Verf. Rassenschnüffelei ist ja jetzt für viele die Haupt״ arbeit wissenschaftlicher Forschungen. Die feinste Auslese der Menschheit sind die Blondlinge, sie kamen aus den nordischen Ländern nach Asien hinüber und gründeten Kulturen. Allerdings fanden Mischungen mit Schwarzhaarigen statt, es entstand eine Mischrasse, die Typen mit überwiegend Blondlings- und auch solche mit überwiegend Schwarzhaar-Charakter auf weist. In der Mischrasse sind also verschiedene Schichten vorhanden. Die niedrigste Rasse repräsentieren die Neger. Die Mischrasse hasst die höhere Stufe, die Juden aber, unter denen sich auch Blond״ linge finden, sind mischrassig, ergo muss der Jude den blonden Christen hassen. Nachdem der Verf. 80 der ״Menschheit Würde״ auf die Höhe der Pferdetheorie hinaufgehoben hat — dem Pferde guckt man ins Maul, dem Menschen auf das Haar — hätte er sein Buch schliessen können, denn jetzt ergibt sich ja dem Leser