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Jeschurun · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · page 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Date
1921-07-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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Josef Israels usw. 827 dene8 begreift sie sich in einem weiten geistigen Zusammenhang. Diesen Zusammenhang als Ohnmacht misszuverstehen, heisst: dem Wesen des Menschlichen überhaupt verständnislos gegenüberzutreten. Wahre Kunstbetrachtung ist: die geschiehtliehe Bindung zu begreifen und zugleich das Geniale, Schöpferische der jeweiligen Kunst als Eigenstes zu erkennen. So erst wird man allen Seiten des menschlichen Bewusstseins gerecht. II. Es erfordert Kultur, als Heutiger das Künstlertum Josef Israels’ zu bewerten. Wer die Zerrissenheiten der gegenwärtigen geistigen und künstlerischen Tendenzen kennt, ohne sie aber zu erkennen, wendet sich von seiner Kunst, denn sie scheint ihm schaal und bedeutungslos. Als Heutiger möchte man nur noch an letzte Dämonien glauben. Eine chaotische Romantik hat den menschlichen Geist seit zwrei Jahrzehnten beseelt, und so kurz diese Zeitspanne ist für die Kulturentwicklung überhaupt, so typisch, so vorbildlich hat gerade sie das menschliche Problem enthüllt. Welches ist das tiefste Problem des Menschen? Er steht als Einzelner in einem Kosmos, als Atom in einem Wirbel von Seelenmächten, und er strebt danach, diese Beziehung zu klären, die er zur Umwelt hat. Alles menschliche Tun und Gedankentum kreist um diese eine Frage: wie steht das Ich zur Welt? Und die Formen der Gesellschaft, der Politik geben Antwort auf das Praktische, die Philosophien, Künste, Religionen auf das Gedankliche, auf die eigentlich letzte Problematik1). Auch das gegenwärtige Zeitalter hat diese Fragen erlebt, durchdacht und in seiner Weise geklärt. Wie vermöchte ein gegenwärtiger Mensch, sofern er noch ganz in seinem Zeitalter steht und nicht schon darüber auf einem mehr welthistorischen Standpunkt, wie ג) In dem Aufsatz ״Koheleth״ (ein philosophischer V ersuc h), erschienen in der Zeitschrift ״Der Jude״ (Herausgeber Dr. Martin Büber, Jahrgang V, Heft 1*2), habe ich das philosophische Problem an dem biblischen Denker קהלת inviduell und doch typisch entwickelt.

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