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Jeschurun · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · page 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Date
1921-07-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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Moderne westliehe Ghettoliteratur 325 abhold, sie zermalmt, und zermahlt jedes stille Gefühl, ein Jossele, ein Sehnsuchts- und Innenmensch, muss hier untergehn. Noch steht Asch nicht auf der Mittagshöhe seines Schaffens, und wir können von seiner Dichterkraft noch manches reife Werk erwarten. (Ein zweiter Artikel folgt.) Josef Israels (1824-1911). (Zur zehnjährigen Wiederkehr seines Todestags). Von Dr. Hermann Wey 1 -Frankfurt a. Main. I. Das künstlerische Bewusstsein, immer nur in Individuen als tiefste Seelenäusserung tätig, ist seiner Natur nach so unendlich, so vielfältig, dass es im einzelnen Kunsttrieb immer nur begrenzt erscheint, dass im einzelnen Kunstwerk immer nur eine der unendlichen künstlerischen Möglichkeiten verwirklicht sein kann, so hochstehend, in seiner Art letzter Ausdruck auch das jeweilige Kunstwerk sein mag. Wollte man dieses Phänomen ästhetisch - metaphysisch deuten, würde man sagen: das künstlerische Bewusstsein ist in einer bestimmten Richtung so sehr der letzte Sinn des menschlichen Geisteslebens, dass es eigentlieh erst an der ganzen Fülle aller gewesenen, gegenwärtigen und zukünftigen Kunst überhaupt ausgeschöpft werden könnte. Wir vermeiden jetzt diese ästhetisch-metaphysische Dentung. Um sie zu rechtfertigen und wiederum doch durch andere Wertsysteme (als Erkenntnis, Sitte, Religion usw.) einzuschränkea und zugleich zu vollenden, müssten wir tiefer ausholen und erst einen philosophischen Grundbau errichten. Dies möchten wir hier vermeiden. Vielmehr deuten wir nur erklärend und ganz aphoristisch an, dass jede Kunstepoche in ihrer Weise begrenzt war und begrenzt sein musste. Der Geisteshistoriker ersieht auch jede Kunstepoche, jeden Stil als Glied einer grossen Entwieklung und Auswirkung. Er nimmt die griechische Kunst als eine Aeusserung, der er weltanschaulich und geschichtlich-

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