Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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286 הורה; ארץ ישראל/ עולם הבא den Eindruck, als wollte R. Simon blos feststellen, dass Israel von Gott drei grosse Gaben erhalten habe, die allerdings durch Leiden erreicht worden sind. Doch kann das unmöglich der eigentliche Sinn seiner Worte sein. Wird doch z. B. der Sabbat״ tag an anderer Stelle mit Recht als eine מתנה טובה bezeichnet (Beza 16a, auf Grund von II. B. 16,29: כד ה׳ נתן לכם את השבת) und dies hätte im Satze R. Simons nicht fehlen dürfen, wenn seine Absicht wäre, die guten Gaben Gottes an Israel aufzuzählen. In der Tat liegt das Schwergewicht des Satzes R. Simons nicht in den im Babli angeführten Worten, sondern in den dem ganzen Ausspruche vorangeschickten Passus: הביבים יסורים ״Gar lieb sind Leiden״, und ganz besonders in den Worten ״ :שאומות העולם מתארם להןIsrael besitzt drei solche Gaben, nach denen die Völker der Welt sich sehnen, und diese sind: Thora, Israels Land und die kommende Welt״. Weil aber diese Worte in Wirklichkeit sehr auffällig sind, sind sie im Babli wohl sicher erst durch die Abschreiber (oder die Zensur?) weggelassen worden. Streichung ist jedoch kein solches kritisches Mittel, dessen man sich beim Verständnis eines schwierigen Satzes bedienen dürfte. Wir müssen den Worten R. Simons ganz anders beikommen. Dass R. Simon diese Worte nicht allgemein auf die heidnischen Völker der Welt angewandt wissen wollte, muss ohne Weiteres klar sein. Hätte doch R. Simon durch seine Fest־׳ Stellung der heidnischen Welt ein besonderes Lob gespendet : sie hätte Sehnsucht nach diesen idealen Gütern Israels (denn selbst ארץ ישראל ist in diesem Zusammenhang, zwischen תורה und עולם הבא, nicht bloss als materielles Besitztum zu fassen). Wie wäre aber ein solches Lob, eine solche Anerkennung der heidnischen Weilt mit dem harten Urteile R. Simons: ״Der Frömmste unter den Heiden verdient den Tod4״) in Einklang zu bringen? Und war es doch R. Simon, der im Gegensätze zu R. Jehuda die selbstsüchtigen und unsittlichen Motive darlegte, die den civilisatorischen Werken Roms zu Grunde lägen!5) 4) Quellen und Lesarten s. hei Bacher a. a. O. II. 86 Anm. 3. ß) b. 33 שבת b.