Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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תורה, ארץ ישראל. עולם הבא 285 indem man der in ihr sich an vielen Stellen äussernden Ent- Wickelung und den Einflüssen verschiedener historischer Ereignisse nachgeht. Geben doch die halachischen Quellen nicht selten selber an, aus welcher Zeit und unter welchen Verhältnis3en eine Verordnung hervorgegangen, bezw. erlassen worden ist2 3). In noch höherem Maasse als die Halaeha kann die Aggada als historisches Material zur Kenntnis der alten Verhältnisse herangezogen werden. Und wenn uns einmal eine nicht klar erscheinende Aggada begegnet, so haben wir zunächst zu fragen, welcher Zeit sie angehört und welche geschichtliche Ereignisse oder Umstände den Urheber derselben veranlasst haben mögen, einen derartigen Ausspruch zu tun. Die Aggada muss also geschichtlich beleuchtet und erläutert werden; andererseits wird sie bei genauer Prüfung, bereits bekannte historische Tatsachen in ein helleres Licht rücken. Ein Beispiel hierfür sei in den folgenden Ausführungen über einen auffälligen aggadischen Ausspruch Rabbi Simon b. Jochaj’s — der bekanntlich um die Mitte des 2. Jahrhunderts lebte — geboten. ־* Der zu behandelnde Satz findet sich in Sifre zum V. Buche Mosis 6.5, §32 (ed. Friedmann 73 b 13 ff.) und Mechiltha zum II.B.M. 20,20 und lautet folgendermaassen: רבי שמעון בן יוחאי אומר: חביבים יסורים ששלש מתנות [טובות] נתן הק״בה להם לישראל, שאומות העולם ם ת א ו י ס ל ה ן, ולא נתנוהו לישראל אלא על ידי יסורים, 5ואלו הם תורה וארץ ישראל והעולם הבא). R. Simons Satz wird auch b. Berachot ob (unten) als Barajta angeführt, und zwar ohne die einleitenden Worte חביבים יסורים — was von minder grosser Wichtigkeit ist, da die ganze Talmudstelle dort über die erzieherische Bedeutung der Heimsuchungen und Leiden handelt; jedoch werden dort auch die oben hervorgehobenen Worte שאומות העולם מתאדם להן weggelassen, und die Anführung im Babli macht 2) Vgl. z. B. meine Notiz in ״Jeschurun* VII, 456. 3} An den bezeichneten Stellen und im Babli werden dann entsprechende Bibelsätze als Belege für die Behauptungen R. Simons angeführt, die wir hier wohl nicht anführen müssen.