Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Der konsequente Nationalismus 283 seit viertehalb Jahrtausenden ausgezeichnet, was ihm Halt und Dauer für diese Zeit verliehen, zur Entwurzelung des Galuth- Judentums d. h., da es sich in Palästina nur um eine im Verhältnis zur Masse lächerlich geringe Minorität handeln kann, zur Entwurzelung fast des gesamten Judentums und in Gefolge dessen zu einer Katastrophenpolitik unverantwortlichster Art. Es ist eine einzige Karte, auf die — man möchte, wenn man nicht zuletzt vor dem Ernst und der Ueherzeugungstreue eines Denkers wie Klatzkin doch Achtung empfände, sagen — mit bodenlosem Leichtsinn alles gesetzt wird. Klatzkin’s Ausführungen sind vielfach Gegenstand eingehender Polemik seitens zionistischer Schriftsteller geworden. Der Zionismus scheut eben die letzten Konsequenzen, ja Heinrich Margulies hielt gerade aus der Erkenntnis von der Bedeutung des Galutbjudentums eine Revision des ganzen zionistischen Gedankengebäudes für nötig. Diese ist uns der Zionismus bis jetzt schuldig geblieben. Und Klatzkin wurde immer mehr isoliert. Und wir gestehen, wir freuen uns dessen, und sollten wir es auch in den Kauf nehmen, dass dadurch der Zionismus nicht in seiner ganzen Gefährlichkeit allseits erkannt wird. Auch der Mehrheitssozialismus ist recht inkonsequent, seine Welt-, Geschichts- und Wirtschaftsauffassung, führen folgerichtig zum Kommunismus. Und dennoch können nur unbesonnene Gegner wünschen, dass diese konsequente Richtung zum Siege gelange, dass wir unter die Herrschaft des Bolschewismus kommen mögen, damit der Sozialismus sich durch sich selbst widerlege. So scheint auch uns für die Judenheit und das Judentum zu viel auf dem Spiel zu stehen, wenn durch den Sieg der Ideen Klatzkin’s die mannigfachen Strömungen, die den Zionismus als Ganzes ausmachen, alle in einen einzigen Strom geleitet würden und so die grosse Bewegung, zu der sich nun einmal hunderttausende unserer Brüder bekennen, in religiösen Nihilismus ausartete. Ganz abgesehen von den nicht auszudenkenden politischen Folgen, die sich dann ergäben und den Bestand des Judentums ernstlich gefährdeten. Wir Bekenner des gesetzestreuen Judentums werden ja