Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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280 Der koDsequente Nationalismus tragen national, unbekümmert um die Art seines Inhalts? Die französischen Zoten der jung-jüdischen Dichter, weil hebräisch geschrieben, wären dann jüdisch und S. R. Hirseh’s ״Gesammelte Schriften“ nichtjüdisch, im besten Falle übersetztes Judentum? Es ist, als ob wir um des Wortes Nationalliteratur willen leugnen sollten, dass Homer und Shakespeare, Locke und Spinoza, Dante und Rousseau völlig zum nationalen Besitz der Deutschen und für ihre Kultur und ihre Lebensführung von tausendfach grösserer Bedeutung geworden als hunderte der ihnen gleichsprachigen Dichter und Denker. Aber Klatzkin braucht diese Antithese, denn er will uns beweisen, dass die Betonung des Inhalts entnationalisierend wirkt, dass, je mehr es dem Judentum gelingt, seinen Ideen in der Welt Eingang zu verschaffen, es destomehr an Eigenem verliert: dass, um es drastisch zu sagen, der Kampf für den Monotheismus, die messianiscke Idee, die Herrschaft des Rechts auf Erden, die Herbeiführung des Reiches Gottes eigentlich ein rechtes Unglück für das Judentum bedeuten. Und um das zu unter״ streichen, wird eine strenge Scheidung gemacht zwischen dem Judentum der Periode der Emanzipation und dem des Galuth. Jenes sah nur in den Ideen, dies nur in den Normen, den Geboten und Verboten den Inhalt des Judentums. Und dann erhalten wir eine reizende Konstruktion von dem nur in die Irre gegangenen nationalen Instinkt, der jene Reformer beseelte, die den Ideen des Judentums eine besondere Stärke verleihen wollten, damit das Judentum nun auch ohne das Rüstzeug der 613 Gebote und Verbote die drohenden Gefahren bestehen könne. Nur schade, dass das eben nur Konstruktionen sind. Eine Umkehrung von Aehad-Haams Theorie von dem nationalen Instinkt, der den Rationalisten Maimonides, der das doch eigentlieh gar nicht nötig hatte, dazu trieb, seine Lebensarbeit der unübertroffenen Kodifizierung der gesamten Halacha zu weihen. Ach nein, die Reformhelden haben nie Dämme errichten wollen. Aber sie dachten ebenso wenig daran — bis auf wenige — mit der Religionsverfassung radikal aufzuräumen. Sie liessen sich nur vom Strome treiben und versuchten, den Laien, denen in