Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Der konsequente Nationalismus 279 Schema aus, das von der Logik des konstruierenden Denkens oder von der ״Logik der Tatsachen״ aufgestellt wird. Welch innere Geschlossenheit glaubt Klatzkin seinem nationalen Kriterium geben zu können! Und doch enthält es einen Widerspruch. Besteht das Kriterium in Land und Sprache, dann war das Judentum keine Nation seit zwei Jahrtausenden, seit dem Untergang seines Staates, der Vertreibung aus seinem Lande und dem Verlust seiner Sprache. Mit welchem Rechte nimmt Klatzkin für diese lange Galuthperiode das Dasein eines jüdischen Volkes an. E r darf von seinem Standpunkt die Religionsverfassung doch nur als Erklärungsgrund bezeichnen, dafür, dass Israel nicht untergegangen ist, ihm aber doch während dieser Periode nicht den Namen einer Nation vindizieren. So muss man also, will man zwei Drittel der Zeitdauer der Existenz des jüdischen Volkes nicht aus der Geschichte streichen doch zu der Religionsverfassung und zu dem Bewusstsein gemeinsam verlebter Vergangenheit als Kriterium greifen, neben dem das Kriterium von Land und Sprache verschwindet. Es steht Klatzkin frei, zu sagen: Wir wollen uns für die Zukunft in dem Willensentschiuss zusammenfinden, eine Nation wie die anderen Nationen zu sein und für uns soll das Kriterium massgebend sein, das deshalb als das sicherste angesprochen darf, weil es allen Völkern gemeinsam ist: den Engländern ebenso wie den .Zulukaffern: Land und Sprache. Er hat sich aber des Rechtes begeben, das Moment der historischen Gebundenheit mit in das nationale Kriterium bineinzubeziehen. Denn, wenn man es bei Licht besieht, findet von Moscheh bis auf die Jetztzeit nur auf einen verschwindend kleinen Teil unserer Geschichte das Kriterium des konsequenten Nationalismus Anwendung. Bis zum Abschluss der Richterzeit besassen wir noch nicht recht das eigene Territorium und nach dem babylonischen Exil nicht mehr die eigene ^Sprache. Und wie bestechend klingt die Antithese von Inhalt und Form. Und sie ist dennoch verkehrt Also alle Inhalte sind antinational und national nur die Form? Und demgemäss wäre was in hebräischer Sprache geschrieben oder in diese über-