Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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276 Der konsequente Nationalismus Hoffnung in einer kleinen Elite, die mit fanatischem Eifer das Galuth-Judentum zum Tode verdammt und die einzige Lebensmöglichkeit des Judentums im Kampfe für das eigene Land und die eigene Sprache sieht. In einer Elite, die die heroische Existenz zu führen gewillt ist, das Land der Fremde als Feindesland anzusehen, in dem man auch auf Rechte zu verzichten entschlossen ist, weil man nicht Pflichten übernehmen will, die mit dem konsequenten Nationalbewusstsein unvereinbar sind. Aber warum sollte da eine Elite des traditionellen Judentums — und wird Kl. etwa die Möglichkeit einer solchen Elite leugnen wollen — nicht in der Lage sein, ihrerseits dem Galuth- Judentum einen Halt zu bieten und es — wie dies!a immer die Ueberzeugung des Judentums gewesen — für die Geulah zu retten? Diese Elite hat sich immerhin bewährt; und es will uns, selbst unter Zugeständnis dessen, was Selbstwehr und Chaluzim geleistet, als Geschmacklosigkeit erscheinen von einem Martyrium jener nationalen Elite zu reden, denkt man an die Opfer an Gut und Leben, die unsere Elite so oft gebracht und noch tagtäglich bringt. Zumal es doch nach Klatzkin vorzüglich auf den Willen zur nationalen Gebundenheit ankommt. Der religiösen Elite braucht es an dem Willen, das Zionsideal in ihrem Sinn aufzurichten, wahrlich nicht zu fehlen. Und in dem Zusammenhang sei doch darauf hingewiesen, dass es ein sehr billiger Mut ist, aus sicherem Port gegen die Fremd Völker zu eifern und ihnen so die gefährlichsten Waffen in die Hand zu geben. Unsere Alten haben gegen die שונאי ישראל, gegen die Feinde Israels, nicht aber gegen die Völker der Welt in dieser Allgemeinheit sich ausgelassen. So schmerzlich es ist, einem Klatzkin, der seinem Volke sich so innig verbunden fühlt, diesen Vorwurf zu machen, sein Verfahren, wenn er um der Konsequenz der Idee willen die schärfsten Worte gegen die Wirtsvölker richtet, in deren Mitte wir nun doch auch nach seiner Meinung Jahrhunderte zu leben vielleicht gezwungen sind, erinnert uns an Trotzki, für den bei der Verwirklichung seines politischen Ideals auch hunderttausende jüdischer Opfer nicht ins Gewicht fielen. Die grossen Worte aus dem Munde des Ohnmächtigen haben immer