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Jeschurun · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Date
1921-07-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Der konsequente Nationalismus 271 Fremdkörper empfinden. Unsere Freunde schätzen uns nicht als Fremdkörper, sie glauben und erwarten, dass wir in unsere Umgebung aufgeben werden. Feinde und Freunde wünschen in gleichem Masse die Vernichtung unserer Volksexistenz. Beiden gegenüber müssen wir, wollen wir aufrichtig sein, betonen, dass wir die Fortdauer des Gegensatzes wünschen. Wir fordern die Rechtsgleichheit nicht auf Grundlage nationaler Angleichung, sondern auf Grundlage nationaler Scheidung. Der Anspruch auf unser Land lässt sich ja auch nur dann mit alle Einwände überwältigender Kraft geltend machen, wenn wir die anderen Länder als Länder der Fremde, als unsere Zwangsheimat bezeichnen. Das Galuthdasein, das Dasein einer internationalen Nation, durchkreuzt freilich das Prinzip nationaler Gliederung und Geschlossenheit. Es gibt kein Schema nationaler Ordnung, in das wir hineinpassen. Selbst in den Orten, wo wir eine internationale Mehrheit bilden, müssen wir das souveräne Recht der territorialen Minderheitsnation anerkennen. So kann jener zweitausendjährige Gegensatz im Galuth nicht getilgt werden. Wollen wir gerecht sein, können wir das auch nicht fordern, wollen wir konsequente Nationalisten sein, können wir es auch nicht wünschen. Eine solche Lage eines Volkes kann aber nicht von Dauer sein. Im zweiten Teil seines Buches zeichnet Kl. in den Kapiteln »Aufgaben des Unterwegs״, und »die heroische Existenzform״ die Gegenwartsaufgaben der konsequenten Nationalisten. Das Galuth- Judentum ist freilich unrettbar dem Tode verfallen. Und hätten wir keine Hoffnung auf die Neugeburt innerhalb Palästinas, so müssten wir die völlige Assimilation mit allen Mitteln zu fördern suchen, um die Agonie zu verkürzen. So aber müssen wir bei aller Ueberzeugung von der Vergeblichkeit jedes für die Dauer erfolgreichen Ankämpfens gegen die Assimilation sie noch zu verzögern suchen, um uns das Material für den Aufbau Palästinas zu erhalten. Die Mittel, die bisher angewandt wurden, haben sich als untauglich erwiesen, weil sie eben einem unreifen, vermittelnden Nationalismus entsprangen. Der Nationalismus des modernen ausserreligiösen Galuth-Judentums hat mit

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