Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- – (sequence 148)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Sephirazeifc usw. 257 Viele Rabbiner und andere jüdische Beamte mussten infolge der politischen Verhältnisse ihre Gemeinden verlassen, in denen sie mit voller Hingabe ihrer Kraft, oft Jahrzehnte lang segensreich gewirkt haben. Die Gemeinden sind dem traurigen Lose der Auflösung anheimgefallen und sind nicht mehr in der Lage, ihren alten treuen Beamten eine Pension zu gewähren oder das Ruhegehalt, das sie ihnen zugesichert haben, auszuzahlen. Was sollten nun diese jüdischen Beamten, zumal die altern, die im Amt ergraut sind, anfangen? Sie wollen weiter dem Drange ihrer Seele folgen und ihre Kräfte in gemeinnütziger Weise betätigen. Da gibt es aber keine Organisation, keine Körperschaft, •die diesen Beamten, den ״Flüchtlingen ‘ zu einer passenden Wirksamkeit zu verhelfen suchen. Von den Beamten selber aber gilt das talmudischö Wort: אץ הבוש מתיי עצמו מבית »כורים. Ist dieser Zustand, in den viele jüdische Beamte geraten sind,, nicht auch eine ״bedenkliche Erscheinung“? .Zunächst müssten die Lehranstalten, aus denen jene Beamten hervorgegangen sind, ihren Schülern helfend und beratend treu zur Seite stehen. Sodann müssten die Grossgemeinden zumal die Berliner, wohin sich die Mitglieder der nun aufgelösten Gemeinden gewandt haben, für die Beschäftigung dieser Beamten in irgend einer Weise sorgen. Endlich müssten die Rabbiner und sonstigen Beamten, die unter günstigem Verhältnissen leben, dahin ,wirken, dass bei Neubesetzung von Posten ihre Kollegen, die ohne eigene Schuld ihre alte Existenz eingebüsst haben, gewählt werden. In alter Zeit gab es אבוסים, Vergewaltigte, die infolge von Religionsverfolgungen ihren Ort verlassen mussten. Sie wurden überall ־wohin sie kamen, — so lehrt die Geschichte — mit besonderer Liebe und Sorgfalt aufgenommen. Nun auch die Beamten, die in dieser hartbedrängten Zeit ihre Heimat wechseln mussten, verdienen unsere volle Teilnahme und tatkräftige Hilfe Denken wir an das schöne, innige Gebet, welches wir an jedem Sontag und Donnerstag in unsern Gottes- 'häusern sprechen: ״Es sei der Wille des himmlischen Vaters, die הבמי ישראל die Lehrer Israels, ihre Frauen und Kinder in allen Orten ihres Aufenthaltes zu erhalten. Rabb. Dr. M. aus B. Die Sephirazeit und die Ukraine. ״Israel, die Taube, trägst du auf Adlersfitf igen, sie nistete an deinem Busen im heimlichsten Winkel.» Warum verliessesfc du dein Volk, dass es nun in den Wäldern Haufen in Haufen nmherirrt, umstellt von allen Seiten, die Neige gelegt? Dass