Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- – (sequence 141)
- Language
- German
- Belongs to
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250 Bücherbesprechungen. Schleich, C. L. Das Problem des Todes. E. Rowohlt, Berlin 1920. Mit gros3en Erwartungen ging ich an das Buch heran, mit herber Enttäuschung habe ich e3 aus der Hand gelegt. Gewiss, an Schwung und rhetorischer Kraft fehlt e3 dem kleinen nach einem Vortrag veröffentiiehten Aufsatz nicht. Und wer erbaut oder hingerissen sein will, der kommt gewiss auf seine Kosten. Gerade, weil ich sehe, dass in der jüdischen Presse die kleine Schrift mit Enthusiasmus aufgenommen worden ist, halte ich es für geboten, auf die sehr bedenklichen Schwächen kinzuweisen. Denn die Y\7issenscl1aft muss sich, ebenso wie die Philosophie, hüten, erbaulich sein zu wollen (Hegel). Ihre Stärke liegt in dem Gewicht der Tatsachen und in der Folgerichtigkeit der Gedanken, nicht in der sprunghaften Kühnheit und ungezügelten Geistreichelei oder in übertriebener metaphorischer Ausgestaltung. Und so muss ich konstatieren : das naturwissenschaftliche Fundament der Schieichschen Hypothesen ist höchst unsicher. Die Grundthese Sch Leichs, dass das im Chromatm enthaltene Nuclein der Zerlegung im Körper, in der Erde etc. widerstehe, und dass alle Ernährung im wesentlichen Befruchtung derKörperzollen mit aufgenommenem Nuclein sei, ist gewiss nicht in dieser Verallgemeinerung haltbar. Ohne ein Wort über die mühselige, aber erfolgreiche Forschung auf dem Gebiet der Nucleine (Eiweiss -{- Nucleinsäure) zu sagen, ohne der grundlegenden Arbeiten A. Kos3els, der späteren Steudels, Thann 11 msers, Levenes etc. zu gedenken, postuliert er die Unangreifbarkeit der Nucleine, die tatsächlich nicht zutrifit. Ein teilweiser Abbau (d. Clieraismus kann hier nicht dargelegt werden) findet bereits im Darmkanal statt, und wie die Aufnahme in den Körper stattfindet, ist noch nicht 60 klar. Desgleichen setzt sich Schleich, der als Chirurg auf all diesen Gebieten kein kompetenter Mann ist, über alle subtile Forschung auf dem Gebiet der akzessorischen Nährstoffe hinwTeg. Es hat sich nämlieh herausgestellt, dass eine aus Eiweiss, Kohlehydrat, Fett, Salzen und Wasser bestehende Nahrung, die quantitativ günstig zusammengesetzt ist, kein dauerndes Gedeihen verbürgt, vielmehr mancherlei Krankheiten Beri-Beri, Skorbut etc. hervorruffc. Das führt man auf den Mangel gewisser hbeuswichtiger Stoffe in der Nahrung zurück (Vitamine)• Diese Stcft9 enthalten u. a. Stickstoff nnd Phosphor• Neuerdings hat man gefunden, dass gewisse höhere Fette, wie Lipoide, Cholesterin auch lebensnotwendig eind. Schleich ignoriert das alles und macht auch hier das Nuclein zum Träger der gedeih-