Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- – (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2293004-2293007--05009-2298290- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
246 Monismus oder Dualismus? nach Driesch wohl kaum ein echter Monismus Geltung gewinnen kann, solange noch die Materie existiert. Wir müssen vermutlieh uns darauf beschränken, in dem zitierten Vers die Anerkennung Gottes als des Einzigen durch alle Völker ausgesprochen zu, finden. Bemerkenswert ist freilich die doppelte Form. Diese aber findet ihre schönste Erklärung in Cohens Deutung: in ihr kommt der Unterschied zum Ausdruck zwischen jüdischer An- Behauung und etwa Goethescher Poesie: Goethe sagt 1m Faust gelegentlich des Bekenntnisses Fauscs: ״nenn es dann, wie du willst.״ Das Judentum besteht auf dem einzigen Namen Gott. Der Name ist nichts Willkürliches, Variables. (Cohen, d. Reiig. d. Vernunft S. 429). Dies kann in. E. nur so verstanden werden wenn man sich von der Uebei׳Schätzung einer Vokabel, wie sie bei Sokrates sich findet, fernhalten will — dass nach jüdischer Anschauung der Name Gott, dessen Begriff und Existenz historisch in seiner Einzigartigkeit und Vollendung gesichert ist, auch in der Forschung, wo sich ein Anzeichen einer Ganzheit findet, seine Anwendung zu linden hat und nicht willkürlich durch andere Wörter ersetzt werden soll. Der Einzigkeit des Wesens soll auch die Einzigkeit des symbolisierenden Wortes entsprechen. עיין עליו, עיין עלית. Von Prcf. Dr. E. Fink, Frankfurt a. M. An fünf Stellen des Talmud babli (Baba batbr: 115a, Jebamoth 22b, 05b, 70 a und Kidduschin: 4a) findet sich die Phrase א״ן לו עיין עליו bezw. אין לד, עיין עדיה. Sie wird wohl allgemein übersetzt mit ״forsche ge ם au nach, ob nicht irgendwo doch noch ein Abkömmling des in Rede stehenden Mannes bezw. der inbetracht kommenden Frau vorhanden ist.“ Allein dieses kann unmöglich der wahre Sinn dieses Ausdruckes sein, weil ja genaue Nachforschung für den entscheidenden Richter allgemein gütige Vorschrift der Thora ist. Es kommt hinzu, dass — worauf übrigens m. W. bisher noch nicht hingewiesen worden ist — das עליו bezw. עליה völlig unverständlich ist.