Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- – (sequence 134)
- Language
- German
- Belongs to
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Monismus oder Dualismus? 248 abzuscb wachen, wenn nicht zu beseitigen, dass er in dem Vers: יוצר אור ובורא חושך עושה שלום ובורא את הרע (Jesajab 45, 7) רע nicht das Böse sondern das U e b e 1 sein lässt. Das Uebel soll aber nichts objektiv Schlechtes sondern nur vom Menschen als Leid empfundenes Geschick sein. Doch wollen wir diesen Teilfragen, für welche ich im übrigen u. a. auf Wohlge.muths ״Die göttliche Gerechtigkeit18 ״) und meine Bemerkungen zu diesem Aufsatz19) verweise, hier nicht weiter nachgehen; das soll späteren Arbeiten Vorbehalten sein. Zweierlei aber muss ich jedenfalls noch streifen, weil es in engerem Zusammenhang mit unserem Thema steht als das eben Berührte. Jedenfalls als Fragen müssen wir es hier auf rollen: das eine ist das Freiheitsproblem gerade im Rahmen des Schöpfungstheismus♦ Während echte Freiheit d. h. Freisein von jedem Bestimmtseia der Eckstein der echt pantheistischen Lehre Bergsons ist, können wir kaum erkennen, wie sie sich dem Gotteshegriff der meisten Religionen einfügen sollte. Das zweite betrifft die Allmacht Gottes. Hier entscheidet unsere Auffassung über das Verhältnis zwischen Schöpfer und Geschöpfen. Lassen wir die Welt von Gott völlig unabhängig in ihrem Sein ruhen, so ist sie Gottes Lenkung entzogen, und dessen Allmacht wäre s. v. v. begrenzt. Wir müssen deshalb der Ansicht zuneigen, dass zwischen Gott und Welt Fäden hin und her laufen. Das würde nach Driesch (W. L. S. 350, Anmerkung 2) freilich bedeuten, dass der kreatorische Theismus sich teilweise aufgibt und Züge der Emanationslehreoder gar des Pantheismus annimmt. Ich muss hier freilich zu Drieschs Aeusserungen bemerken, dass mir letztere Annahme nicht so bedenklich erscheint. Es wäre dann die Anschauung der monotheistischen Religionen noch komplizierter, als unser Schema ist.20) Denn in sich widerspruchsvoll 18) Jeschurun VII, 110—126. 19) ibid. S. 411—418. 20) Tatsächlich scheint man der jüdischen Auffassung am meisten gerecht zu werden, wenn man dem Gotte&begriff auch Züge der bergsonistischen Lehre leiht. (Vgl. meinen oben zit. Aufsatz : D. Zeitkultur etc). Nur muss man daran festhalten, dass die durch die Schöpfung