Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · page 131

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Date
1921-05-01
Page
– (sequence 131)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2293004-2293007--05003-2298284
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

240 Monismus oder Dualismus? Doch ist es nicht leicht, seine Ansichten hier einzugliedern. Es findet sich nämlich in dem ganzen Buch, soweit ich sehe, keine Definition des Wortes Pantheismus, es sei denn, dass man in der Vereinigung von Welt und Einheit den pantheistischen Gottesbegriff, wie bei Xenophanes, begründet sehen will (Cohen, S. 47). Es scheint, als habe der Begriff Pantheismus bei Cohen eine grosse Geltungsbreite und gelte für alle nicht im Monotheismus gegründeten Systeme. So können wir, wie ich glaube, Cohens Auffassung vom Pantheismus auf den Emanationstheismus, den wir soeben gewürdigt haben, beziehen. Cohen bekämpft auch einen Monismus, freilich nicht den in unserer Arbeit gekennzeichneten; er wendet sich gegen die Einheit von Sein und Werden, die schon Parmenides mit Nachdruck bekämpft, der Pantheismus (so Cohen; wir müssen es auf unseren emanatorischen Theismus beziehen) aber wieder aufgenommen hat Da Sein und Werden nicht identisch sind, wird der Begriff Schöpfung ein Urattribut Gottes. So ist nach ihm ״das Sein eine eigene Grundlegung, die nicht im Werden enthalten, die vielmehr erst dem Werden zu Grunde gelegt werden muss״ (Cohen S. 77). Doch verlassen wir hier Cohen, so geistvoll seine Gedankenfolgen auch sind, weil sie, für mich jedenfalls, hier einen zu rationalistischen (ich verwende dies Wort im Gegensatz zu empiristisehen) Geist atmen, und allerdings der Religion ungemein wertvolles Rüstzeug liefern, der reinen Wissenschaft aber nicht so uneingeschränkt annehmbar erscheinen. 3. Dualismus und kreatorischer Theismus. Bereits gegen Ende des letzten Abschnitts leiteten wir zu dem für uns wichtigsten Abschnitt über, zum Schöpfungstheismus, der, wie auch anderen monotheistischen Religionen, der jüdischen eignet. Cohens Gedankecgänge, die den Pantheismus (seiner Terminologie, vgl. oben) befehdeten, mussten unvermeidlich auch dabei den religiösen Theismus streifen, der ja sein Hauptthema ist. Jetzt will ich wieder, dem Plan der Abhandlung gemäss, im Gei3t Drieschs die Untersuchung fortführen. Auch der kreatorische Theismus gehört zu den durchaus möglichen Typen der Ganzheit. Dennoch bietet er dem denkenden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.