Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · page 129

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Date
1921-05-01
Page
– (sequence 129)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2293004-2293007--05001-2298282
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

B 238 MoDismus oder Dualismus? halb des Pantheismus offen: muss Dualismus immer das Kenn- Zeichen einer jeden Werdestufe sein, oder wird einmal echter Monismus erreicht werden? Diese Frage hängt eng mit dem Problem der Ewigkeit oder Vergänglichkeit der Materie zasammen. Würde später einmal die Materie vergehen, so ist jedenfalls echter Monismus in späteren Entwicklungsläufen diskutabel. Natürlich behält dann rückschauend die Frage einen Sinn, warum denn überhaupt Materie und Dualismus sein mussten. Aber diese Frage wiegt nicht so schwer wie im Theismus. 2. Dualismus und emanatoriscber Theismus. Der Dualismus (in der von uns gegebenen Definition) erscheint besonders krass im spinozistischen Dualismus. Denn wenn die Welt eine Emanation Gottes ist, derart, dass. Gott nur noch in ihr vorhanden ist, so ist es sehr schwer vorstellbar, dass die Kluft zwischen Ganzheit und Zu־ fall so bald überbrückt werden kann. Jedenfalls macht es gedanklich Schwierigkeiten, in einer so gearteten Welt eine irgendwann einmal eintretende Ausschaltung des Dualismus anzunehmen, nachdem die Welt alle Potenzen bereits enthält und im Prinzip wohl auch schon entfaltet hat. In ihr ist nur Evolution im Sinn der Entfaltung, aber keine Neuschöpfung in Freiheit. Freilich ist auch im emanatorischen Theismus eine künftige Werdestufe ohne Zufall denkbar, nämlich nach Untergang der Materie, aber dieser Gedanke macht in dieser Lehre grosse Schwierigkeiten und ist wohl gerade im Spinozismus unmöglich. Wie dem aber auch sei, so beeinträchtigt diese Lehre, die ein Vorläufer oder zumindest Verwandter des in England im 17. Jahrhundert aufkommenden Deismus ist, die Allmacht Gottes erheblich: und das nicht so sehr, weil sie die Aktivität Gottes, das Eingreifen von aussen in das Getriebe der Welt ausschaltet. Denn wir wissen ja: das ist eben der Gegensatz zwischen emanatorischem und religiösem Theismus; und es ist der Sinn jenes ersteren, dass er die Ganzheit i n der Welt bedeutet. Freilich hat gerade diese Ausschaltung der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.