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Jeschurun · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · page 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Date
1921-05-01
Page
– (sequence 125)
Language
German
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234 Monismus oder Dualismus? Monismus oder Dualismus?8) Aine Begriffsklarung im Gebiet des Philosophischen und der Religion. von Dr. Oskar Wclfsherg־, Berlin. TT JL 1• Das Gegensaizpaar Ganzheit und Zufall hat nicht lediglieh ein formales Interesse. Das Vorhandensein von Ganzheit gestattet unter UmständeD. eine bedeutsame Setzung, die das Weltbild in ganz bestimmter Weise formt. Ist nun ein solch höchster Begriff möglich, d. k. ]esst unsere Erfahrung im weitesten Sion eine solche Setzung zu? Und ferner, was wichtiger ist, da wir nicht in den Felder des Oniologismus verfallen wollen: Wird von der höchsten Setzung ein höchstes Wesen meinend getroffen, das, wie die Setzung der logische Grund für die eingescblossenen Setzungen, der Werdegrund der Erfahrung mit ihren Entwicklungen ist? Das Problem — es ist das Gottesproblem, wie jeder merkt — wäre denkbar einfach, wenn es sich in der Welt nur um Ganzheit handelte. Eine Gotteslehre aber muss, angesichts der geschauten Tatbestände, auch den Zufall in Rechnung setzen. Freilich, nur eine Lehre, die jede Ganzheit in Abrede stellt, schaltet die höchste Setzung und das höchste Objekt, schaltet die Existenz eines selbst unbedingten, alles bedingenden Seins (D iiescL) aus; nur ein summenhafter Monismus lässt einen echten Atheismus zu. Insofern Ganzheit geschaut und bejaht wird, ist grundsätzlich Gott anerkannt. Nur je nach dem Grad der Macht, die man dem Zufall einräumt, ist auch die Lehre von Gott ־weiter oder enger. Mit dem eben Erörterten sind wir aber erst anjüie Schwelle des Problems gelangt und haben nur vom Dasein vernommen, aber so gut wie nichts über das Sosehr erkannt. Da beginnt nun alles 9) vgl. hierzu den ersten Aufsatz, Jeschurun VIII, 168—177־.

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