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Jeschurun · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · page 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Date
1921-05-01
Page
– (sequence 116)
Language
German
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9 Ein Absagebrief usw. 225 Die Rabbinerversammlung hat damit angefangen, den lockern Grundsätzen des Tages Konzessionen und Zugeständnisse zu machen. . Die Rabbiner Versammlung hat ganz im Wider- Spruche mit dem Namen, den sie trägt, das, was Rabbinisches am Judentume ist, von vorhinein präjudiziert und blossgestellt und somit das Judentum selbst in seiner äusseren Erscheinung ־wie in seiner historischen Begründung .aufgegeben, ohne sich oder anderen darüber Rechenschaft zu geben, wie es denn nun in dieser Absonderung, Losgebundenheit, Lösung und Trennung anderweitig und anders mit derselben Konsistenz und Festigkeit zu konstruieren wäre. Die Rabbiner- Versammlung hat dem Journalism gehuldigt, der Kritik des Tages gehuldigt, Bruno Bauer1) als Zeugen und Kläger gegen das Judentum in die Schranken geführt, die Lizenz in ihrer Berechtigung, das Tagesgesclrvätz und Gerede in s. Beglaubigung als massgebend anerkannt, ohne alle und jede Berücksichtigung der entgegenstehenden Ansichten, Interessen und ״Neigungen“, ohne alle und jede psychologische Würdigung der inneren Seelen• zustände von der einen oder anderen Seite; ohne irgend zu bedenken, wie das religiöse und das sittliche Leben in allen seinen Grundfesten erschüttert und blossgestellt werde, wenn die, die für den Glauben und für die Herrschaft des Gesetzes und für die Weihe des Lebens und für die Unveräusserlichkeit der angestammten Glaubenstreue und Freudigkeit zu zeugen berufen sind, zuerst und zunächst den angestammten Glauben in seinen Ueberlieferungen, in seinen, wenn auch nur äusserlichen, Erscheinungen verdächtigen, und die subversiven Richtungen als die zunächst massgebenden nnd stimmgebenden in ihrer Berechtigung erkennen. Glauben Sie wirklich, dass die Fragen von den ״gemischten Ehen״ und der Zulässigkeit der Ehe zwischen Jud’ und Christ, dass die vom ״persönlichen Messias״, die vom Sabbathgesetze, das die ״Feier, aber nicht die Ruhe״ geböte, wie einer Ihrer 1J Bruno Bauer’s Aeusserung über den Talmud lautete, derselbe sei ״eine chimärische, illusorische, geistlose Fortentwicklung des mosaischen Gesetzes und des alten Testamentes״.

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