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Jeschurun · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · page 115

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Date
1921-05-01
Page
– (sequence 115)
Language
German
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224 Ein Absagebrief גן sw. abzusehicken, sondern sich mit einem kurzgefassten, farblosen Schreiben zu begnügen. Der Absagebrief, ein treues Spiegelbild der bereits abgeklärten, idealen Persönlichkeit Mannheimers ist mit seiner Füllö richtiger Streiflichter auf die damaligen internen jüdischen Verhältnisse und Vorgänge von historischen! Werte für die Beurteilung der jüngsten Vergangenheit, aber auch von Aktualität für die noch immer unter dem Einflüsse jener Strömungen stehende Gegenwart. — Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Geiger, Kabbiner in Breslau. Verehrter Herr! Ihre offene Aussprache verdient eine offene Erwiderung. Ich hin ganz mit Ihnen einverstanden, dass eine Rabbiner- Versammlung, wenn dieselbe aus ernsten, würdigen, erfahrenen, glaubensstarken und -freudigen, mit den Offenbarungen, Schriften und Ueberlieferungen wie mit der Geschichte und der geschiehtliehen Entwicklung ihres Volkes vertrauten Männern bestände und ihre Verhandlungen im Geiste des Glaubens und der Liehe geleitet würden — ein sehr wohltätiges Institut wäre; dass einer solcher Synode auch die Anerkennung, der Erfolg nicht ah- und entgehen könne, — vorausgesetzt, dass sie von den Gemeinden bestellt würde und keiner zu derselben zugelassen würde, der nicht das Vertrauen seiner Gemeinde besässe, als deren geistlicher Rat und Vorstand er in dieser Versammlung erscheint. Dass aber von der Rabbinerversammlung, zu der sie die Güte haben, mich einzuladen, irgend ein solcher Erfolg, eine ״segensreiche״ Tätigkeit ausgehen könne und zu gewärtigen sei, muss ich leider meiner innersten Ueberzeugung nach und zu meinem tiefsten und innigsten Bedauern aufs entschiedenste verneinen und in Abrede stellen. Ihr gebt das ab, was zu jeglicher Tätigkeit in näherer oder fernerer Beziehung unerlässlich ist — Vertrauen. Die Rabbinerversammlung hat sich von vorhinein auf den Standpunkt der Verneinung und Ausschliessung aller volkstümlichen Interessen und Sympathieen gestellt. Die Rabbinerversammlung hat sich zum Schildhalter und Waffenträger einer Partei gemacht.

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