Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- – (sequence 113)
- Language
- German
- Belongs to
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222 Genesis 24. müssen nur durstiger und dankbarer aus dieser Quelle trinken anstatt aus Cisternen zu schöpfen. Auch Elieser stand an der Quelle. Und da wurde ihm die göttliche Fügung zu teil. Es bleibt dabei: כי היא חכמתכם ובינתבם לעיני העטים. Ein Absagebrief Isak Noa Mannheimers an Abraham Geiger. Von Dr. M. Rosenmann, Wien. Die Reformbestrebungen des deutschen Judentums im vorigen Jahrhundert fanden um die Mitte desselben ihren stärksten konzentrischen Ausdruck in den drei Rabbinerver- Sammlungen, die in Braunschweig (12.—19. Juni 1844), Frankfurt am Main (15.—28. Juli 1845) und Breslau (13.—24. Juni 1818} unter grossem Aufsehen, aber geringer positiver Arbeitsleistung abgehalten wurden. Der eigentliche Anreger derselben war Rabbiner Dr. Ludwig Philippson, der in der von ihm begründeten. מ Allgemeinen Zeitung des Judentums“ am 15. Januar 1844 eine ״Aufforderung an alle Rabbiner und jüdischen Geistlichen Deutschlands zur Abhaltung jährlicher Versammlungen“ veröffentlichte, um ״den ganzen Inhalt der israelitischen Religion . . . von tödlicher Starrheit und von zersetzendem Unglauben zu erlösen.“ Seiner Einladung waren 24 Rabbiner und Prediger nach Braunschweig gefolgt, wo namentlich über die Mischehe, Messiasidee und Verbindlichkeit derSabbath- und Festtage radikale Entschlüsse gefasst wurden. Diese Tagung rief aber bald die stärkste Opposition hervor,' die in Kundgebungen der konservativen Rabbiner und Gemeinden in Deutschland, Ungarn, Galizien und Holland zum Ausdruck gelangten (M. Philippson, Neueste Geschichte des jüdischen Volkes, Bd. 1, S. 210ff.). Allein Ludwig Philippson hatte bald die Zügel der ganzen Bewegung verloren, und der weit radikalere, aber auch mit einem grösseren wissenschaftlichen Rüstzeug ausgestattete Abraham Geiger wurde einer der ersten Rufer im Streite. Auf der zweiten, in Frankfurt a. M. tagenden Rabbiner Versammlung