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Jeschurun · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · page 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Date
1921-05-01
Page
– (sequence 104)
Language
German
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Genesis 24. 218 im Orient kennt man jeden Brunnen, jede Quelle; sie sind kostbarer Besitz; er lagert ausserhalb der Stadt, denn nur hier kann er seinen, auf der Reise wohldurchdachten Plan zu Ende fuhren; er denkt: jetzt ist es Abend, bald müssen die Schöpferinnen hier zu Brunnen und Quelle kommen : es werden wohl kaum vornehme Mädchen sein, denn vornehmer Leute Kind pflegt nicht hierher vor die Stadt schöpfen zu kommen : aber ich suche ja zunächst keine Vornehme; um so leichter wird sie sich im gegebenen Falle entschliessen mit mir, dem Knechte, in die Fremde zu ziehen. Kommt aber doch ein vornehmes Mädchen und ich erkenne es als solches, dann umso besser. Er ist tief in Nachdenken versunken, ja andächtiger Stimmung. Jetzt spricht und denkt er: [!ויאמר mit Schalöcheleth.] 0, Ewiger, Gott meines Herrn Abraham! nicht mein Gott, ich würde es nicht wagen für mich, aber lür Abraham! Füge es doch vor mir heute, denn in der. an Ort und Zeit eintreffenden Fügung liegt das Zeichen göttlieber Vorsehung, und der wunderbaren Gnadener״ Weisung [עשה הסד עם אדוני אברהם]; nachher sagt er, die hast Du bestimmt, לעבדך ליצחק: Gott gegenüber. Er stellt sich zur Quelle: nicht zum Brunnen, sondern hart an die Quelle: denn das Brunnenwasser, das Cisternenwasser ist für die Tiere, die Quelle für die Menschen; dort, wo ich doch mühelos selbst Wasser holen und trinken könnte, dort harre ich; die Stadttöchter kommen um zu schöpfen; eine, die mir durch Erscheinung und Wesen auffällt, werde ich ansprechen; werde, trotzdem ich hart an der Quelle stehe, sie bitten, mir zu trinken zu geben, werde sie, nachdem sie den gefüllten Krug auf die Schulter geladen, bitten und so nötigen, den schweren Krug wieder auf die Hand herabzulassen, [worüber erzürnt zu sein sie gutes Recht hätte]; sagt sie, trinke und auch deine Kamele will ich tränken, dann ist sie ebenso gütig als klug; denn sie muss sich doch sagen : Der Mann da, an der Quelle, kann gewiss kein Wasser für sich und noch weniger für die Tiere aus der Cisterne schöpfen; er hat gewiss ein Gebrechen, oder ist todmüde.

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