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Jeschurun · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · page 85

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Date
1921-05-01
Page
– (sequence 85)
Language
German
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194 Sozialhygienische Betrachtungen über den Ruhetag. Spannung, wie es jeder an sich erfährt, der einem Sport huldigt. Das ist ein Vorgang, der einer Regeneration der Kräfte am Ruhetage hinderlich ist. In geringem Masse trifft dieser Nachteil auch für den Wandersport zu, namentlich wenn Rekordleistungen an Kilometern in Betracht kommen, und wer die Jugend kennt, weiss, wie gern solche Rekorde angestrebt werden. Wägt man die Vorzüge und Nachteile der sportlichen Betätigung ab, so ist es zumindest sehr zweifelhaft, ob der Sport eine erwünschte Ablenkung für den Ruhetag darstellt. Es sei ausdrücklich betont, dass hier nicht von der allgemeinbygienischen Bedeutung des Sports die Rede ist, nur im Zusammenhang mit dem vorliegenden Problem sei der Sport bewertet. Für diese Auffassung lässt sich vielleicht in der Arbeit von Brezina eine zahlenmässige Stütze finden. Wir haben schon erwähnt, dass bei den Unterleistungen am Montag besonders die Knaben beteiligt sind, während bei den Mädchen kein wesentlicher Unterschied zwischen dem Montag und den nächsten Wochentagen hervortritt. Brezina erklärt diese eigenartige Stellung der Mädchen damit, dass sie auch am Sonntage vielfach durch häusliche Arbeit in Anspruch genommen sind, die Ablenkung also keine so störende ist. Er weist darauf hin, dass keine ״völlige Ablenkung aus dem Gebiete pffichtmassiger Leistungen am Sonntage erfolge.״ Ich bin der Meinung, dass für die Differenz weit ausschlaggebender die starke Ablenkung bei den Knaben ist, die bei ihnen durch den starken Bewegungsdrang und die damit zusammenhängenden körperlichen, insbes. sportlichen Anstrengungen gegeben ist. So nützlich auch der Sport für die Gesundheit ist, es ist kein Vorteil, dass man genötigt ist, ihn auf Kosten des Ruhetages zu betreiben. Der Ruhetag sollte sportfrei bleiben, und für den Sport ein besonderer halber Tag reserviert werden. In einzelnen Ländern macht sich ohnedies das Bestreben geltend, dem Ruhetag noch einen weiteren halben Tag anzugliedern. Unsere in Deutschland lebende jüdische Jugend ist schon vielfach in der glücklichen Lage, neben der Sabbathruhe die Vorzüge des

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