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Jeschurun · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · page 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Date
1921-05-01
Page
– (sequence 80)
Language
German
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Sozialhvgienische Betrachtungen über den Ruhetag. 189 Beobachtungen mitteilt. Bei Fabrikarbeiterinnen — so konnte festgestellt werden — lässt das Arbeitsquantum gegen Ende der Woche allmählich nach, ebenso sinken die Leistungen der Schulkinder vielfach am letzten Wochentage. Diese Erscheinung ist allerdings nicht allein auf die Ermüdung zurückzuführen, sondern eine wesentliche ursächliche Rolle spielt auch die Ablenkung, die der nahende Ruhetag für die Psyche des Arbeitenden bildet. Die Gedanken weilen schon — je näher der Ruhetag herankommt, um so intensiver — bei den Plänen für den Sonntag, und darunter leidet naturgemäss die berufliche Betätigung. Wird auch der jüdische Sabbath die gleichen Erscheinungen zeitigen? Man würde dies zunächst bejahen wollen; denn die ErmüdungsVorgänge sind doch die gleichen, und noch mehr als für den Nichtjuden steht für den Juden der Ruhetag im Mittelpunkte des Interesses während der Woche und insbesondere gegen ihr Ende. Bedeuten doch die Vorbereitungen für den Sabbath dem Juden eine besonders liebe Pflicht. Er will ja den Sabbath den gottgegebenen Pflichten entsprechend würdig empfangen. Und dennoch bin ich der Meinung, dass trotz dieser gesteigerten gedanklichen Beschäftigung mit dem kommenden Tage die ablenkende störende Wirkung auf die Arbeitsleistung der letzten Wochentage keine so bedeutende sein wird wie bei dem Sonntage. Ein jeder Sonntag will neue Abwechslung bieten, darum wird die Ausarbeitung der Pläne einen viel grösseren Raum einnehmen als bei dem Sabbath, der dem Juden in jeder Woche die gleichen Aufgaben setzt. Dadurch wird eine gewisse Stetigkeit erzielt, und diese fördert auch die Gleichmässigkeit der Arbeit an den sechs Arbeitstagen der Woche: משת ימים העבד ועש*ה כל כלאנתך?, sechs Tage sollst Du ja arbeiten. Betrachten wir die Kurve der wöchentlichen Arbeitsleistungen weiter, so finden wir neben der eben besprochenen Senkung gegen Ende der Woche auch ein Minimum zu Beginn der Woche. Die Fabrikarbeiterin liefert am Montag wesentlich weniger als ihre durchschnittliche Tagesmenge ab, die gleiche Erscheinung tritt• auch in der Schule zu Tage: namentlich bei Knaben

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