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Jeschurun · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 177

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 177 (sequence 91)
Language
German
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Bedenkliche Erscheinungen. 177 läge von Ganzheit und Zufall für die Gesamtheit meiner auf das ganze Ich erlebe Etwas gerichteten Erfahrung setzen kann. Wenn wir also Metaphysik treiben, indem wir in erster Linie damit Erfahrung begründen wollen, bleibt Dualismus die am meisten an gepasste Lehre. — Was das nun mit Rücksicht auf das Wirkliche bedeutet, dass da Dualismus zu Recht besteht, und dass ich am Dualismus leide, das führt in die Metaphysik höherer Stufe, deren Probleme durchaus den erhabensten der Religion ähneln. Ueber diese Seite unseres Themas soll ein folgender Aufsatz handeln. Bedenkliche Erscheinungen. Von Rabbiner Dr. Isak Unna, Mannheim. Kur allmählich kommen wir zur Erkenntnis der verheerenden Folgen, die der Krieg und seine Begleiterscheinungen auf allen Gebieten gezeitigt haben. Und tiefgreifender noch als seine äusseren Wirkungen sind die Zerstörungen, die er in geistiger und moralischer Hinsicht verursacht hat. Die Not der Wissenschaft und der geistigen Arbeiter bildet heute schon eine ständige Rubrik in den Tageszeitungen. Die ungenügende Besoldung der Angestellten und Beamten drückt ihre Lebenshaltung herab, und es kann nicht ausbieiben, dass sich infolgedessen die geistig Hervorragenden mehr und mehr von rein wissenschaftlicher Betätigung zurückziehen und sich lohnenderen Berufen zuwenden. Das Judentum hat an allen diesen Kriegsfolgen seinen vollen Anteil. Die äusseren Zerstörungen, die der Krieg mit sich brachte, sind in den von Juden bewohnten Ländern am schwersten gewesen, und sie haben für unsere Gemeinschaft geradezu katastrophale Wirkungen gehabt. Dazu kamen die furchtbaren Verfolgungen und Pogrome, die, ebenfalls eine Folge der Kriegswirren, der andauernden Unsicherheit und des wiederholten Wechsels der Regierungsgewalt, für einen Teil der östliehen Länder Zustände herbeigeführt haben, die an Entsetzlichkeit die schlimmsten Perioden des Mittelalters noch übertreffen.

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