Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 175 (sequence 89)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2293004-2293006--04898-2298179- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Monismus oder Dualismus? 175 Aber hier stellt sich der Zufall wieder in Gestalt des Irrtums entgegen. Wenn anders Metaphysik möglich sein soll, muss sie so geartet sein, dass sie Erfahrung mitsetzt. Da heute nur der Weg der Induktion in Frage kommt, müssen wir zur Lehre vom Wirklichen von der Erfahrung her gelangen, indem wir das Wirkliche den zureichenden Grund des Erfahrbaren sein lassen. Es muss besonders hervorgehoben werden, dass die Erkenntnis des Wirklichen von der Erfahrung her auf dem Weg von der Folge zum Grund geschieht. Da a b sowohl von a b c d wie von ab op mitgesetzt wird, können immer nur Möglichkeiten, freilich von verschiedenem Wahrscheinlichkeitsgrad, nicht aber absolute Gewissheit ermittelt werden. Das so zu ermittelnde Wirkliche wird nicht in seinem ganzen Reichtum an bestehenden Kennzeichen erkannt; es müssen vielmehr alle Züge (vielleicht die wesentlichsten) unerkennbar bleiben, die sich dem habenden Ich nicht in wissbarer Form mitteilen. Da nun da3 Ergebnis der Erfahrung nicht Ordnungsmonismus oder die eine Natur- Ordnung ist, sondern ein Dualismus von Zufall und Ganzheit, so muss auch die Metaphysik diesem Zwiespalt Wlrklichkeitsbedeutung geben. Wollten wir ungeachtet aller Erfahrung metaphysisch nur die ״eine Ordnung41 gelten lassen, so würde die Wirklichkeitslehre gerade das nicht leisten, wras innerhalb strenger Philosophie ihre grundlegende Bedeutung ausmachen soll: die Mit- Setzung, also den Einschluss der Erfahrung. Deshalb gibt es, wenn man daran festhält, im Wirklichen einen Grund der Erfahrung zu sehen, nur das: entweder echten Dualismus, also auch im Wirklichen den Zwiespalt: Ganzheit und Zufall bezw. das, was diese für Erfahrungbaftes geprägten Begriffe im Absoluten bedeuten mögen, oder wir können von einem Monismus sprechen, der sich mit der Vermutung einer Beschränktheit des Einzelichs paart. Diese Einschränkung will begründen, weshalb ein metaphysisch möglicher Monismus kein Korrelat in der Naturbezw. Seelenwirkiicbkeit hat. Das Einzelieb, das die ״EtwTas“ hat, vermag nur teilweise Ganzheit zu schauen. Aber