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Jeschurun · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 173

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 173 (sequence 87)
Language
German
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Monismus oder Dualismus? 173 Mechanik lassen sich aus dem Newtonschen Gravitationsgesetz Keplers Gesetze ״folgern״. So müsste alle Naturerfahrung beschaffen sein, wollte man mit Recht einem Monismus in der Natur huldigen. Aber die vielen ״Etwas״ fügen sich diesem Wunsch nicht. Statt der einen Ordnung gibt es nur viele einzelne Ordnungszeichen, Tier, Jugend, blau und i 3 werden von keiner allgemeinen Setzung in der Weise mitgesetzt, dass sie aus dieser, in ihr unentwickelt enthalten, entwickelbar wären. Gehen wir mm das Erfahrbare durch, so schauen wir, dass Ganzheit und Zufall nebeneinander vorhanden sind. Ganzheitszeichen sind freilich auch im Zufälligen. So ist die Fassung des Werdens in Gesetze, die Ordenbarkeit, Anzeichen von Ganzheit; aber es sind doch im Anorganischen nur Spuren von Ganzheit, das Anorganische selbst ist Zufallsreicb. So sehr sich auch die Neukantianer bemühen, auf den Mechanismus den Ganzheitsbegriff anzu wenden, indem sie die Vereinbarkeit von Mechanismus mit allgemeiner Zweckmässigkeit lehren,6) so lässt sich das nicht durchführen, danach den ״Principia“ Newtons die Gesetzmässigkeit des Anorganischen so aufzufassen ist, dass da ein Gefüge sich bewegender Dinge ist, die sich nach Massgabe einer geringen Zahl von Gesetzen sozusagen jedes für sieb verhalten (s. hierzu Driesch, die Wirldichkeitslehre S. 251). Diese Unabhängigkeit der Dinge von einander aber ist ganzheitswidrig. Im Biologischen ist die Entwicklung als Werdeablauf (Ontogenie) echte Ganzheit, weil hier eine Reihe von Werdeverknüpfungen vorliegt, welche von vornherein zu einem Ziele strebt, das zu erreichen die bestimmende Tendenz ist, und dessen Erfüllung durch eine Reihe regulativer Prozesse: Regeneration, Restitution etc. gewährleistet ־wird. Diese bestimmte Werdeform, die Einheilsbezw. Ganzheitswerdeverknüpfung heisst, fügt sich nicht rein räumlich-zeitlichem Rahmen ein, wie denn ja die Prozesse der Regulation, der Wiederbildung des Ausgangspunktes 6) S. hierzu Drieschs Arbeit: Ueber die grundsätzliche Unvereinbarkeit von Mechanismus u. universeller Teleologie (Sitz. B. Heid. Ak. <L Wiss. 1914).

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