Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 171 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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Monismus oder Dualismus? 171 Das ist sowohl eine Absage an den Ontoiogismus (etwa spinozistischer Prägung), der von einer höchst vollkommen gedachten Setzung (etwa Substanz): cuius essentia involvit existentiam (deren gedankl. Wesen das Sein verbürgt) ausgeht und dann alles aus diesem letzten Werdegrund ableitet (scheinbar mathematisch: more geometrico), als auch eine Absage an die materialistischen Systeme, für welche Demokrits Lehre klassisch bleibt. Gerade die letzteren müssen gegenwärtig energischer als der Ontoiogismus zurückgewiesen werden, weil sie den Dogmatismus unserer Zeit ausmachen. Demokrit hat sich um die Wissenschaft ein unvergängliches Verdienst durch die Durchführung des allgemeinen Kausalitätsprinzips erworben, aber mit dieser Festellung ist das Problem nicht erschöpft. Gesetzmässigkeit und wissenschaftliches Denken werden nicht in Abrede gestellt durch die Einführung etwa der Kategorie Zweckmässigkeit. Und ebenso muss nicht alle Erfahrung restlos räumlich fassbar sein, wie auch nicht alles Werden nur an Atombewegung geknüpft sein muss. Mit anderen Worten: da die kompliziertere Auffassung des Erfahrbaren, die Teilung in Naturlehre und Psychologie, ebensowenig den letzten logischen Grundsätzen, nämlich den Sätzen a — a und a ist nicht nicht ־ a, widerspricht wie die mechanistische Denkweise, so kann nur die Erfahrung selbst darüber entscheiden, welche der Möglichkeiten nun naturbezw. seelenwirklich sind. Sich vor aller Sonderwissenschaft auf Mechanismus festzulegen, wäre töricht, da möglicherweise unsere spätere Einsicht zur Revision führen würde. Auch ist im Materialismus eine Auffassung der Kausalität, die durchaus nicht die einzig Denkbare ist: es ist das Ursache-Wirkungs- Verhältnis von einem Naturding auf das andere, während die Möglichkeit, dass das Ganze auf den Teil wirkt, nicht in Betracht gezogen wird. Auch muss betont werden, dass Denker wie I). llume das Kausalverhältnis lediglich als ״Conclusions front experience‘* bezeichnen. Mit all dem soll natürlich das Vorhandensein von Gesetzen oder eines Gesetzes nicht geleugnet werden, nur soll es daran erinnern, dass das in den exakten .Naturwissenschaften mit grossem Erfolg geübte Denkverfahren