Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 170 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Monismus oder Dualismus? ab und beschränke mich darauf, im folgenden auf die Hauptwerke zu verweisen. Es liegt in dem Untersuchungsgegenstand begründet, dass er schwer darzustellen ist und vom Leser intensive Mitarbeit bei der Lektüre verlangt. In dem grösseren HauptteiL ,werde ich einen Ueberblick über den Stand des Problems in der Wissenschaft geben, um in einem kleineren anschliessenden eine vorläufige Ercrterung anzuknüpfen, welche Bedeutung innerhalb der jüdischen Religionslehre dieser Alternative zukommen mag. 1. Ich muss, da ich die Bekanntschaft mit den einschlägigen Problemen nicht allgemein vorau&setzen darf, w^eit ausholen und mit dem Ausgangspunkt aller strengen Philosophie anheben. - Die Urtatsache der Philosophie ist der selbstbesinnliche Tatbestand: ich habe bewusste Erfahrung oder auch: ich weiss, um mein Wissen wissend, Etwas. Dieser Satz ist eigentlich unauflösbar. Eist später lasse ich die unmittelbaren Gegenstände, das ״Etwas״, zu gleichsam selbständigen werden und untereinander zu gleichsam selbständigen Reichen verknüpft sein. Ich schaue nur wesentlich zwei Reiche: Natur und Seele und habe in jedem nach besonderen Orduungsbegriüen eine Reihe geordneter, erledigter Erfahrungen. — Nun könnte ich mir vorstellen, dass die Urtatsache der Philosophie schon alle Mannigfaltigkeit der Erfahrung in sich einschlösse, und somit dem Vorwissen um Ordnung überhaupt entsprechend auch ein Verwünsch erfüllt wäre, der die eine Ordnung heischt. Dem ist nicht so, und daher ist die eine grosse Ordnung, das ordnungsmonistische Ideal, nicht erfüllbar. Es gibt also keinen absoluten Rationalismus. Da wir aber an der Schwelle philosophischen Denkens die Unmöglichkeit einsehen, alles aprioristisch zu ordnen und zu erledigen, da die ersten Erfahrungen uns die Ichfremdheit des Etwas lehren, sagen wir uns von allen Bestrebungen los, die uns und unser Ordmmgsgescliäft vorzeitig und unnütz binden.