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Jeschurun · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 160 (sequence 74)
Language
German
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160 ,Licht und Schatten״. Dass Sohar und Nachmaniöes irgendwie den Anreiz geben wollten/den Schicksalsspruch durch Aufsuchen mondheller Stellen in der Hoschana-rabbah-Nacht herauszufordern, davon kann gar*־ nicht die Rede sein. Die Warnungen, die die Thorah (3. B. M. 19, 31, 5. B. M. 18, 11. 12) mit so grossem Ernst ausspricht, nicht dem heidnischen Aberglauben zu huldigen, sich nicht durch ihn zu verunreinigen, die haben sie gewiss nicht übersehen. Die Meinung geht wohl dahin, dass, wenn einem unvermutet etwas Schauriges begegnet, man dies als eine Warnung ansehen möge, bei sich Umschau zu halten, ob man nicht etwra eine Sünde, die göttliche Strafe verursachen könnte, zu bekennen hätte und sich zu bessern. Denn Umkehr zum Guten und Reue schützt auch den grössten Sünder vor Verurteilung. Das ist jüdische Anschauung. Verlassen wir nun das Reich des düsteren Schattens, und wenden wir uns dem heitern und beglückenden Lichte zu. Das Licht als Symbol des leuchtenden und erleuchteten Geistes tritt uns in dem Tempellicht der Menorah entgegen; es deutet uns an, dass wir unsere Geisteserleuchtung aus dem vom Tempel hervorflutenden Lichte der Gotteslehre gewinnen sollen. Strahlt ja durch die nach aussen sich verengenden Fenster das Licht von innen nach aussen.?ובי לאורכם הוא צריך — Das Licht ist aber auch ein Symbol der Seele: נר ד., נשמת אדם. So können wir zusammenfassen: Licht als Seelenlicht und Licht als Geisteslicht. Wenn wir auch im Talmud keine Andeutung von einem Seelenlicht finden, wenn sich meines Wissens hier keine Spur von einem ״Jahrzeitslicht״ nach weisen lässt, so darf bei den Juden diese Sitte als eine sehr alte angenommen werden, zumal in ausserjüdischen Kreisen das Gedenklicht, wenn auch nicht für die Jahrzeit, bekannt ist. Dass das Keth. 103 a erwähnte, von R. Jehudah letztwillig angeordnete נר יהא דלוק במקומו nichts mit dem Jahrzeitlicht zu tun hat, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Auch das Licht, das wir am Jomkippur anzünden, das als ein Seelenlicht, nach einigen für die eigene Seele, nach andern als das für verstorbene Verwandte, angesehen wird, hat

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