Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 153 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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Josephs geschichtliche Wirklichkeit. 153 Unter den Geschenken nämlich, die der ägyptische Herrscher dem ersten Patriarchen gegeben hat (1. Mos. 12,16), sind fünf Tierarten, aber keine Pferde erwähnt. Ebensowenig sind Pferde auf ägyptischen Denkmälern abgebildet, deren Entstehung vor die Periode fällt, in der die Hyksos über Aegypten herrschten, wie allgemein bei den Aegyptologen anerkannt ist. Unter der Herrschaft der Hyksos kam aber Joseph nach Aegypten, was durch eine Reihe von Gründen sichergestellt werden kann. Damit stimmt zusammen, dass in den Berichten des ersten biblischen Buches über die Zeit Josephs auf einmal Pferde erwähnt werden (47,17, wie dann auch in 2. Mos. 9,3; 5. Mos. 17,16; 1. Kön. 10,28). Also sind die alten Stufen des kulturgeschichtlichen Fortschritts auch dabei auseinandergehalten worden, wie dies überhaupt so vielfach schon von mir betreffs der alttestamentliehen Geschichtsbücher nachgewiesen worden ist. Nun bemängeln allerdings einige die geschichtliche Bedeutsamkeit der Angabe von 1. Mos. 12,16, weil danach der Pharao dem Abraham auch Kamele geschenkt hat. Kamele nämlich werden z. B. nach W. Max Müller (Encyelopaedia Biblica 1803, col. 634) auf älteren Inschriften der Aegypter nicht erwähnt. Aber es muss doch für möglich gehalten werden, dass mancher Pharao Kamele besessen hat und also welche an Halbnomaden, wie Abraham einer war, gelegentlich verschenken konnte. Ausserdem würde durch die unrichtige Angabe betreffs der Kamele, wenn sie vorläge, das frappante Zusammenstimmen der Genesis mit den tatsächlichen Verhältnissen Aegyptens oetreffs der Pferde nicht aufgehoben, und überdies ist noch auf folgenden wenig bekannten Umstand hinzuweisen. In I. Mos. 12,15 ist bei dem Titel Pharao der Name weggelassen, während er in 2. Kön. 23,29. 33—35; Jer. 46,2 (Necho) und 44,30 (Hophra) dabei steht. So aber ist auch bei den älteren Aegvptern selbst der Eigenname beim Titel Pharao weggelassen worden. Dies ist in dem tüchtigen Werke des Aegyptologen II. I. Heyes, Bibel und Aegypten, Band I (1904), S. 23 f. nachgewiesen worden. i