Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 151 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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Josephs geschichtliche Wirklichkeit. 151 ihnen (?) zum Anführer. Er machte sich das ganze Land insgesamt tributpflichtig.״ Also jener Name, der dem Josephs gleichgesetzt worden war, war überhaupt kein Name, sondern eine gewöhnliche Zeitwortsform! Der Name jenes Syrers ist demnach nicht bekannt, und erst wenn der betreffende Textabschnitt ״eine Reminiszenz an die Wirren der Hyksosperiode enthalt״, von ־welcher der Verfasser (nach auch sonst vorkommendem Schema) direkt auf die durch den regierenden Pharao eingeleitete Periode des Heiles überspringt, dann ist eine Gleichsetzung dieses Syrers mit dem biblischen Joseph sehr diskutabel, wie F. Böhl in seinem Buche ״Kanaanäer und Hebräer1911) ״), S. 81 meint. Ja, aber nach meinem Urteil nur, um zu einem verneinenden Schluss zu führen. Denn warum soll es nun ein unbekannter Syrer und nicht der Hebräer Joseph gew׳esen sein? Warum sollen alle anderen Nachrichten denen der israelitischen Quellen vorgezogen werden dürfen? Freilich nach einem der verbreitetsten Kommentare über das erste Buch Mose, dem Kommentar von Gunkel (1910), S. 398 kann man ״der Sage nicht einmal dies entnehmen, dass der Josephstamm zuerst oder allein in Aegypten gewesen sei״, was B. Wellhausen angenommen hat. Nein, sagt Gunkel weiter: ״Auch in dem. wras die Erzählung über Aegypten sagt, ist nichts im eigentlichen Sinne Historisches. Die Schilderungen ägyptischer Sitten werden von dem Erzähler nicht gegeben, um damit Längstvergangenes darzustellen, sondern sie nahmen die Farben aus dem Aegypten ihrer Zeit״. Das ist aber weiter nichts als eine unbegründete und im Gegenteil an vielen Gegengründen scheiternde Voraussetzung. Die Annahme, dass jene Kenntnis ägyptischer Dinge, deren Genauigkeit von einem Aegvptologen nach dem andern, von Georg Ebers, H. 1. Heyes bis Ed. Naville nicht genug gerühmt werden kann, auf den Erinnerungen des Volkes Israel an seinen Aufenthalt in Aegypten beruht, hat realen Boden unter den Füssen. Dagegen die erwähnte Behauptung jenes neueren Kommentators, dass der Erzähler der Josephgeschichte die Farben zu seinen Schilderungen ägyptischer Dinge aus seiner eigenen Gegenwart